FOCUSING MIT KINDERN

Franz Heintz

 

Franz Heintz schrieb seine Diplomarbeit über Focusing mit Kindern. Nachfolgend sind die Übungen beschrieben, die er während der Untersuchung anwendete, und kurze Ausschnitte aus seinen Erfahrungen.

An der Untersuchung nahmen in Einzelversuchen 8 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren teil, im Gruppenversuch waren es 7 Kinder einer 6. Klasse Hauptschule.

Bei den 8 Kindern, die an den Einzeluntersuchungen teilgenommen haben, handelte es sich um 6 Mädchen und 2 Jungen, die grösstenteils aus dem Kreis meiner Bekannten stammen. Die Kinder besuchen unterschiedliche Schulen (einmal Hauptschule, zweimal Gesamtschule und fünfmal Gymnasium), worauf ich jedoch nicht näher eingehen werde. Auch auf eine eventuell vorhandene Symptomatik (Schulprobleme, mangelndes Selbstvertrauen, bin Verhaltensauffälligkeiten usw.) ich ebenfalls nicht, da mein eingegangen Untersuchungsschwerpunkt ein anderer war.

Zur Versuchsgruppe gehörten nur Kinder, die freiwillig an der Untersuchung teilnehmen wollten und von deren Eltern eine Einverständniserklärung vorlag. Es waren 5 Jungen und 2 Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Unter den 7 Kindern waren 3 Auslanderkinder unterschiedlicher Nationalität.

 

Struktur und Inhalte des Eingangsgesprächs

Ich habe injedem Eingangsgespräch, das auch zum sich kennenlernen diente und schon Vertrauen schaffen sollte, eine Einführung über mein Vorgehen gegeben., verbunden mit der Absicht, einen vergleichbaren Wissensstand herzustellen. Ausserdem füllten Kinder die fünf eingehende Fragebögen aus. Dieses Vorgespräch hatte immer gleiche Struktur und gleiche Inhalte.

Erklärt habe ich, dass das, was ich mache, keine Prüfung und kein Test 1st, und dass es auch nicht darum geht, etwas falsch oder richtig bzw. gut oder schlecht zu machen, sondern dass ich mit ihrer Hilfe herausfinden will, welche Gefühle Kinder in ihrem Körper spüren können und ob sie sich dabei entspannen können. Dann habe ich gesagt, dass ich Entspannungsübungen und Phantasiereisen mit ihnen machen werde.

Ich habe nach folgenden Punkten gefragt: Weisst du,

· was Entspannungsübungen sind oder was stellst Du Dir darunter vor?

· was Vorstellungen, Phantasie, innere Bilder sind?

· welche Gefühle Du kennst und welche davon Du selbst schon gespürt hast

Danach führte ich ein Gespräch über Gefühle und Empfindungen und was man wo in seinem Körper spüren kann. Dann stellte ich folgenden drei Fragen:

• wann fühlst Du Dich glücklich?

• wo in deinem Körper fühlst du Dich glücklich?

• wie fühlt sich dieser Platz in deinem Körper an?

Anschliessend habe ich etwas Zeit gelassen, um dann darüber zu reden, was sie gerade bei diesen

Fragen erlebt haben.

Anschliessend gab ich noch zwei Beispiele (Zitronen schmecken, Wunschvogelperspektive) um

zu zeigen wie Vorstellungen das Verhalten und Erleben beeinflussen können. Ausserdem konnte ich zeigen, dass solche Übungen auch schon mit anderen Kindern gemacht wurden und was solche Übungen bei diesen Kinder bewirkt haben.

Danach folgte das Ausfüllen der Fragebögen. lch habe die Fragebögen immer in der gleichen Reihenfolge ausgeteilt und versucht alle auftretenden Fragen zu beantworten.

Darauf folgten ‘Anweisungen’ worauf beim Focusing zu achten ist (aufhören etwas zu müssen, statt dessen abwarten, zulassen und begrüssen; ruhig werden und dabei auf seine Gefühle und seinen Körper achten; Worte und Bilder aus den Gefühlen entstehen lassen; selbst spüren, was für einen stimmt und was nicht; u.ä.).

• Zum Abschluss habe ich nochmals betont, dass es keine Prüfung ist, dass es sehr auf Ruhe ankommt, das man lernen kann was man machen kann, wenn man Probleme hat, und das jeder seine

Aufmerksamkeit nur auf seine Gefühle und in sinen Körper richten soll und dabei darauf zu achten, wie es ihm dabei geht und wie man sich fühlt.

 

“Zitronen schmecken”

Fragen, ob sich jeder das Bett vorstellen kann, in dem er heute Nacht geschlafen hat (vorstellen lassen). Dann soll sich jeder vorstellen wie er heute morgen aufgestanden ist.

Nun soll jeder in seiner Phantasie ins Badezimmer gehen, kaltes Wasser aufdrehen und laufen lassen und seinen rechten Zeigefinger unter das kalte Wasser halten. Das Wasser wieder abdrehen lassen. Jetzt geht es in die Küche. In der Küche geht jeder zum Kühlschrank. Öffnet ihn und betrachtet sich, was im Kühlschrank liegt. Jeder ninmt eine Zitrone aus dem Kühlschrank., nimmt die Zitrone in seine Hand und fühlt die kalte Oberfläche der Zitrone und geht mit dieser Zitrone an den Tisch. Dann holt sich jeder ein scharfes Messer und geht zurück zu den Tisch. Jetzt schneidet jeder seine Zitrone in der Mitte durch, nirnmt eine Hälfte von der Zitrone in seine Hand, hält die Hand mit der Zitrone über seinen Mund und drückt die Zitrone so fest zusammen, dass so fünf bis sechs Tropfen Zitronensaft in den Mund tropfen, urn zu schmecken, wie die Zitrone schmeckt. Guten Appetit!

 

‘Wunschvogelperspektive’

Jetzt gebe ich ein Beispiel, wie solche ‘Übungen’ auch schon in der Schule eingesetzt wurden.

Es ist ein Beispiel aus dem Zeichenunterricht in einer sechsten Klasse:

Eine Schulklasse hat im Zeichenunterricht das Thema eine Landschaft oder eine Stadt, wie von oben gesehen, zu malen. Als die Lehrerin nach ein paar Minuten gemerkt hatte, dass einige der Kinder Probleme mit dem Thema hatten, stoppte sie das Malen. Sie bat die Schüler ihre Stifte und Pinsel beiseite zu legen, da sie eine Geschichte erzählen wollte; die Geschichte vom schönen goldenen Wunschvogel und seinem Leben. Sie erzählte dann die ganze Geschichte mit allen Erfahrungen des goldenen Wunschvogels. Nachdem die Kinder die Geschichte gehört hatten, sollte jedes Kind seinen eigenen Wunschvogel malen, gerade so wie jeder ihn sich vorgestellt hatte. Danach war diese Stunde zu Ende.

In der nächsten Zeichenstunde redete die Lehrerin nochmals kurz vor dem goldenen Wunschvogel und seinen Erlebnissen. Danach sollte jedes Kind versuchen eine Landschaft oder eine Stadt so zu malen, wie sie der Wunschvogel von oben herab sieht. Oder die Kinder konnten sich vorstellen, auf dem Wunschvogel zu fliegen und so die Landschaft oder die Stadt zu sehen. Und da jedes Kind seinen eigenen Wunschvogel hatte, konnte auch jedes Kind ein eigenes Bild aus der Wunschvogel-Perspektive malen.

Mit diesem Beispiel wurde diesen Kindern dann deutlich, welche Wirkungen ihre Vorstellungen haben können. Sie merkten auch, dass sie sich etwas vorstellen können, innere Bilder davon haben können und diese inneren Vorstellungen dann ihr Verhalten beeinflussen. Kennst du auch so ein Beispiel, das Du selbst schon erlebt hast und dabei etwas in Dir spüren konntest?

 

Entspannungsanleitung

Ich möchte Dich jetzt zu einer Entspannungsübung einladen Dazu darfst Du Dir einen Platz in diesem Zimmer aussuchen, an dem Du die Entspannungsübung machen wiIIst... Du darfst Dich dazu hinlegen oder hinsetzen, wo immer Du willst, damit Du Dich jetzt möglichst wohl fühlen und entspannen kannst... Setze oder lege Dich bitte so hin, wie es im Moment am bequemsten für dich ist.. Du darfst auch, wann immer Du willst, Deine Augen schliessen... Versuche bitte Dich soweit es Dir jetzt möglich ist, zu entspannen und achte dabei auch auf Deinen Körper und wie es Dir jetzt geht... Merkst Du, an welchen Körperstellen Du den Boden (Stuhl) berührst?... und wie sicher Dich diese Unterlage trägt?... Spüre bitte einfach mal diese Körperstellen... Nimrn Dir Zeit auf Deinen Körper zu achten und zu spüren, wie er sich jetzt anfühlt... Wenn Du einen angespannten Teil in Deinem Körper spürst, entspanne ihn, soweit dies im Moment möglich ist-und achte dabei auch darauf, wie Du langsam ruhiger wirst... achte bitte Deine ganze Aufmerksamkeit auf Deinen Körper und auf das, was Du in Dir spüren und fühlen kannst.

(bei Bedarf: Versuche jetzt bitte mal Deinen grossen rechten Zeh zu spüren, ohne ihn zu bewegen

- oder spüre Deinen ganzen rechten Fuss. Merkst Du wie schwer oder wie gross er ist? Nun versuche bitte Dein ganzes rechtes Bein zu spüren. Und jetzt spüre bitte beide Beine und beide Füsse, dann spure Deinen Bauch-und Deinen Brustraum und fühle, wie es Dir dort geht-und versuche auch Deine Arme und Hände zu spüren und auch Deinen Kopf)

Nun achte bitte auf Deinen Atem, wie er langsam in Dich hineinfliesst und auch wieder herausfliesst... ganz wie von alleine... Atme bitte ein paar mal langsam und tief. ... ein... und aus... ein... und aus... Merkst Du, wie sich dabei Dein Bauch hebt... und senkt?...und wie es Dir jetzt geht... wie Du Dich jetzt fühlst?... Spüre Deinen ganzen Körper... Deinen Bauch und Brustraum... und fühle, wie es Dir jetzt geht... Du kannst, wenn Du willst auch leise und freundlich zu Dir selbst sagen, ICH MAG MICH... und einfach einen Moment dabei bleiben, so wie Du Dich jetzt fühlst... Achte dabei bitte auch auf Deine Gefühle. Deine inneren Bilder und Vorstellungen... oder was auch immer im Moment bei Dir da ist.

 

Übung 1: “Reise in Dich selbst”

Nun, wenn Du vielleicht schon etwas ruhiger und entspannter bist, stell Dir jetzt bitte rnal vor, dass Du eine Reise in Dich selbst machst. Dazu musst Du Dich ganz klein machen, so klein, dass Du in Deinen Körper gehen kannst... Du wirst auf Deiner Reise vielleicht ein Licht brauchen. Nehme Dir also ein Taschenlampe oder was immer Du willst mit... Nun trete in deinen Körper ein und beginne Deine Reise. Du kannst Deine Reise dort beginnen wo Du willst... Schau Dich zuerst einmal um... und betrachte Dir alles ganz genau... Achte vielleicht einfach darauf, was Du alles sehen kannst. . .und wenn Du alles betrachtet hast, achte jetzt einmal darauf, wie es Dir jetzt geht und wo Du auf Deiner Reise jetzt hingehen möchtest oder gehe einfach langsam weiter... Schau Dich ganz genau um... und gehe von einem Ort zum anderen... und geniesse, was Du jetzt siehst.

Nun denke bitte an eine Situation oder ein Erlebnis, wo Du Dich so richtig gut und glücklich gefühlt hast. Versuche Dich bitte an so eine tolle und schöne Situation zu erinnern und sie Dir vorzustellen. (auf verschiedene Modalitäten achten und evtl. anbieten/ansprechen) und achte dabei auch darauf was in Dir passiert... Spürst Du den Platz in Deinem Körper... wo Du dies am deutlichsten spürst?... Achte jetzt einmal auf dieses Gefühl und diese Körperstelle.

Jetzt kannst Du auf Deiner Reise zu dieser Körperstelle gehen. Benutze wenn Du willst auch Deine Taschenlampe und gehe langsam zu dieser Körperstelle. Benutze Dein Licht auch um alles um Dich herum ganz genau betrachten zu können. Wie sieht es dort aus? Kannst Du da Farben sehen? Oder kannst Du etwas hören? Wie warm ist es dort?... Wie füh1t sich dieser Ort in Dir an?.. .Wenn Du Dein Gefühl beschreiben oder malen wolltest, wie würde Dein Gefühl aussehen?.. . Bleibe bitte noch für ein paar Sekunden bei Deinem Gefühl... und schaue dann, ob Du diesen Ort in Dir noch etwas fragen willst...

Was irnmer Du jetzt vielleicht fragen willst, tue es und achte dabei bitte darauf, wie es Dir geht und was Du spüren kannst... Ich lasse Dir jetzt noch ein-zwei Minuten Zeit urn alles was jetzt ist, zu geniessen. Nach diesen zwei Minuten nimm bitte Abschied von diesem Oct in Dir und Deinen Gefühlen.

So es ist jetzt Zeit Abschied zu nehmen. .Nimm bitte Deine Taschenlarnpe, verabschiede Dich... und begebe Dich auf den Rückweg. Ich zähle dazu langsarn von 10 bis 0. Wenn ich bei Null angekommen bin, möchte ich Dich bitten Deine Augen zu öffnen und Dich ein wenig zu bewegen. Abschliessend hat jeder noch genügend Zeit, um ein Bild zu rnalen, von dem was Du gerade erlebt oder gesehen hast... Ich fange jetzt langsarn an zu zählen:

10-9-8-7-6-5-4-3-2-10, bitte Augen auf und bitte etwas bewegen. Jetzt kann jeder noch ein Bild malen.

Vielen Dank.

 

Übung 2: “etwas aus sich wachsen Iassen”

Achte jetzt bitte auf Deinen Bauchraum und Deinen Brustraum und suche die Körperstelle in Dir, wo Du Dich im Moment am wohlsten fühlst. Stelle einfach fest, ohne es verä.ndem zu wollen, wo fühle ich rnich gut in meinem Körper?... Merkst Du schon, wo Du Dich im Moment am wohlsten fühlst?... wo es Dir jetzt gut geht?... Geh bitte mit Deiner ganzen Aufrnerksamkeit zu diesem Platz in Dir... und spüre einfach wie es Dir jetzt geht... spüre, wie sich dieser Platz in Dir anfühlt. .. Achte auf alles, was zu diesem Platz gehört, wie z.B. Farben... oder Bilder.. . oder Geräusche... oder was auch immer sonst. Geniesse einfach diese Stelle in Dir.. . und begrüsse alles, was Du spüren kannst... Jetzt bleibe bitte ein, zwei Minuten bei diesem guten Platz in Dir und spüre dabei, ob aus diesem Platz

etwas wachsen kann, ob Du z.B. eine Blurne oder was auch irnmer, aus Dir wachsen lassen willst?... Warte einfach ab... und spüre, was dort wachsen will oder was dort entsteht... vielleicht ganz wie von alleine... Lass bitte alles zu, was wachsen will und begrüsse es freundlich...

Was auch entsteht und wachst, bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit dabei... Schau bitte auch, wie es dort aussieht... welche Farben und Gegenstände Du sehen kannst... oder ob Du etwas hören kannst... Vielleicht gibt es auch Wörter oder Sätze... oder Bilder... die daraus entstehen. Was auch immer geschieht, begrüsse es freundlich und versuche alles wahrzunehmen was Dir wichtig ist... Du kannst auch darauf achten, ob das, was in Dir gewachsen ist, Dir etwas sagen möchte...

Du hast jetzt noch ein oder zwei Minuten Zeit, um an diesem Platz und bei Deinen Gefühlen zu bleiben. In dieser Zeit kannst Du fühlen wie es Dir jetzt geht.. . oder Du kannst dem Platz auch Fragen stellen.. . oder tun was immer Du willst, damit es Dir jetzt gut geht... In zwei Minuten ist es dann Zeit Abschied zu nehmen. Ich sage Dir dann, wenn es Zeit wird Abschied von diesem Platz in Dir und Deinen Gefühlen zu nehmen.

So, es wird jetzt Zeit Abschied zu nehmen. Schau Dir noch mal alles an und verabschiede Dich von diesern Platz in Dir und Deinen Gefühlen. Ich zähle jetzt langsam von 10 bis 0 und möchte Dich bitten, bei 0 Deine Augen zu öffnen und Dich ein wenig zu bewegen. Es kann sich dann noch jeder die Zeit für sich nehmen, die er für sich selber braucht. Ich möchte auch jeden bitten ein Bild zu malen, von dern was Du gerade erlebt oder gesehen hast.

Ich beginne jetzt zu zählen: 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-0 und Auggen euf und sich bewegen.

Bitte versuche ein Bild zu malen. Vielen Dank.

 

Übung 3: “Raum schaffen-die Problemliste”

Nun achte bitte auf Deinen Bauch und Brustraum... Nimrn Dir Zeit und achte auch darauf wie es Dir jetzt geht... wie Du Dich jetzt fühlst... Dazu stelle Dir bitte selbst die Frage: WIE GEHT ES MIR IM MOMENT? und bleibe ein paar Sekunden bei dem, was Du jetzt spüren kannst, so wie es Dir jetzt geht.

Und dann spüre was es zur Zeit an Problemen für Dich gibt, dass Du Dich nicht ganz gut und glücklich fühlst. Überlege also bitte, welche Probleme Du im Moment hast... Versuche dabei an alle Deine Probleme zu denken, die Dich zur Zeit beschäftigen. Du kannst Dir auch selbst die Frage stellen: FÜHLE ICH MICH ZUR ZEIT SO RICHTIG GUT UND GLÜCKLLCH ODER GIBT ES DA ETWAS, DASS MICH IM MOMENT BESCHÄFTIGT?... Warte einen Augenblick... und begrüsse jedes Problem, egal welches auch auftaucht... Nimm aIle Deine Probleme bewusst wahr und spüre, was für ein Gefühl mitauftaucht... oder wo in Deinem Körper Du etwas spüren kannst... Frage Dich selbst: WIE FUHLE ICH MICH, WENN ICH AN DIESES PROBLEM DENKE? Mache Dir jetzt bitte in Deiner Phantasie eine Liste von Deinen Problemen. Gebe jedem Problem einen Namen und schreibe die Namen auf eine Liste. Auf dieser Phantasieliste sollen alle Probleme stehen, die Dir im Moment einfallen. Ich lasse Dir jetzt ein bis zwei Minuten Zeit für Deine Problemliste. Versuche einfach in dieser Zeit an alle Deine Probleme zu denken, jedem Problem einen Namen zu geben und sie auf diese Liste aufzuschreiben.

So, wenn Du jetzt Deine Problemliste geschrieben hast, achte einmal ganz darauf, wie es Dir jetzt geht... was Du jetzt fühlen kannst... und bleibe für ein paar Sekunden bei Deinen Gefühlen.

Wenn Du jetzt Deine Problemliste so vor Dir siehst, dann versuche Dir vorzustellen, alle Deine Probleme zusammen oder jedes Problem einzeln irgendwo ausserhalb von Dir wegzulegen... Du kannst Dir dabei z.B. vorstellen, sie in eine Schublade zu legen... oder in einen Abstellraum für Probleme.. .oder in Dein geheimes Versteck für Probleme... oder was irnmer Dir jetzt einfällt... Lege Deine Problemliste oder jedes Problem einzeln, wo immer Du willst ab... Lass Dir Zeit und achte darauf, dass Du alle Deine Probleme für diesen Moment weggelegt hast... Wenn Du Dir jetzt vorstellst, dass Du alle Deine Probleme irgendwo weggestellt hast... dann atme ein paar mal tief ein... und aus... ein... und aus...und spüre, wie es Dir jetzt geht... Richte bitte Deine ganze Aufmerksamkeit auf diese Gefühle und frage Dich: WIE GEHT ES MIR JETZT IM MOMENT? ... und bleibe einen Augenblick dabei, so wie es Dir jetzt geht.. . Achte bitte auch darauf ob sich vielleicht was in Dir verändert hat... Ich lasse Dir jetzt ein-zwei Minuten Zeit für Dich. In diesen zwei Minuten kannst Du geniessen, wie es Dir jetzt geht... oder Du kannst die Veränderung wahrnehmen... oder Du kannst machen was imrner Du willst, damit es Dir gut geht. Nach diesen zwei Minuten bitte ich Dich dann diese Übung zu beenden.

So ich fange jetzt gleich wieder an zu zäh1en. Bitte beendet langsam diese Übung. Verabschiede Dich von Deinen Gefühlen...und denke wieder daran, ein Bild zu malen, von dem was Du gerade erlebt oder gefühlt hast. Ich fange jetzt an zu zählen: 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-0 und bitte die Augen öffnen und etwas bewegen. Es hat jeder noch Zeit sein Bild zu malen. Vielen Dank.

 

Übung 4: „EIN Problem herausstellen“

Nun achte bitte auf Deinen Bauch- und Brustraurn. Nimm Dir Zeit, um in Dich hineinzufühlen... und zu spüren wie es Dir geht. Und Du kannst Dich selbst fragen: WIE GEHT ES MIR IM MOMENT?... und bleibe dann für ein paar Sekunden bei Deinen Gefühlen...

Jetzt achte bitte einmal darauf, ob es zur Zeit irgendwelche Probleme für Dich gibt oder etwas dass Dich beschäftigt... Frage Dich selber: WELCHE PROBLEME HABE ICH ZUR ZEIT?... und versuche einfach nur an so drei, vier oder fünf Problerne zu denken... Warte ab, welche Probleme auftauchen oder Dir jetzt einfallen... und versuche bitte jedes Problem freundlich zu begrüssen... und bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit bei dem, was Dir jetzt eingefallen ist...

Und dann versuche Dir EIN Problem auszuwählen, dass Dich zur Zeit am meisten beschäftigt... irgend eins, dass Du Dir genauer betrachten und kennenlernen rnöchtest... Warte ab... und spüre, welches Problem Dich im Moment am meisten interessiert... Dann betrachte das ganze Problem ganz genau... Lass Dir Zeit... und spüre einfach nur, was alles damit zusammenhängt... Achte bitte auch auf Deine Gefühle... Kannst Du etwas in Deinem Körper spüren, dass zu diesem Problem gehört?... Spüre bitte, was Du jetzt fühlen kannst, wenn Du so an dieses ausgewählte Problem denkst... Oder frage Dich: WIE FÜHLE ICH MICH, WENN ICH AN DIESES PROBLEM DENKE?... und warte wieder ab, was in Dir passiert. . . Versuche bitte, alle Gefühle, die auftauchen freundlich zu begrüssen... und bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit bei diesem Problem und Deinen Gefühlen... oder bei der Körperstelle in Dir, wo Du im Moment etwas spüren kannst...

Wenn Du jetzt vielleicht gespürt hast, wie es Dir geht, wenn Du an dieses Problem denkst... dann

versuche jetzt bitte, für dieses Problem, irgendwo ausserhalb von Dir, einen Platz zu suchen, an dem

Du dieses Problem jetzt abstellen willst... Du kannst Dir dazu wieder irgend einen Platz ausserhalb von

Dir aussuchen... z.B. eine Schublade... oder einen Abstellplatz für Probleme... oder Deinen geheimen

Ort für Problerne... der was immer Dir jetzt einfällt... Lass Dir Zeit... und lege oder stelle Dein ganzes

Problem an diesem Platz ab... Achte dabei auch darauf, dass Du das ganze Problem weggestellt hast... und spüre, ob Du es an den richtigen Ort gestellt hast.

Wenn Du Dein Problem jetzt weggestellt hast, dann atme bitte ein paar mal ganz tief ein... und aus... in.... und aus... und spüre, wie es Dir jetzt geht. Richte bitte Deine ganze Aufmerksamkeit auf Deinen Körper... und Deine Gefühle... frage Dich selbst: WIE GEHT ES MIR JETZT IM MOMENT?... und bleibe für ein paar Sekunden dabei, so wie es Dir jetzt geht... Merkst Du die Körperstelle, an der Du dies am deutlichsten spüren kannst, wie es Dir mi Moment geht?... Lass Dir Zeit... und spüre einfach nur, wie es Dir jetzt geht, so ohne dieses Problem in Dir zu haben. Vielleicht hat sich in Dir auch etwas verändert... Versuche bitte zu spüren, was sich vielleicht in Dir verändert hat. Ich lasse Dir noch ein oder zwei Minuten Zeit dazu. In dieser Zeit kannst Du z.B. geniessen wie es Dir jetzt geht... oder Du kannst die Veränderung in Dir wahnnehmen... oder Du kannst machen was immer Du willst, damit es Dir gut geht. Nach diesen zwei Minuten bitte ich Dich dann diese Übung langsam zu beenden. Du hast noch zwei Minuten Zeit für Dich...

So es wird jetzt langsam Zeit für Dich, Dich von Deinen Gefühlen zu verabschieden. lch zähle dazu wieder langsam von 10 bis 0. Wenn ich bei Null angekommen bin bitte ich Dich Deine Augen zu öffnen und Dich ein wenig zu bewegen. Anschliessend kannst Du wieder ein Bild malen, von dem was Du gerade erlebt hast. Ich beginne jetzt langsam zu zählen:

10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-0 und bitte Augen auf und etwas bewegen, und einfach anfangen zu malen. Vielen Dank.

 

Übung 5: “Ein Focusing-Prozess”

Und jetzt achte bitte auf Deinen Bauch- und Brustraum und spüre, was Du dort jetzt so alles fühlen kannst... und bleibe bitte noch für ein paar Sekunden dabei. Nimm bitte einfach nur wahr, wie es Dir im Moment geht...

Dann lenke bitte Deine Aufmerksamkeit auf das, was Dich zur Zeit am meisten beschäftigt.

Denke bitte an die Dinge, die Dich daran hindern, dass Du Dich ganz gut und glücklich fühlen kannst.

Denke bitte an so drei, vier oder fünf Probleme oder an alle Probleme, die Dir im Moment einfallen.

Lass Dir ruhig Zeit... und versuche jetzt an die Dinge zu denken, die Dich zur Zeit am meisten

beschäftigen.

Und wenn Du jetzt an die Probleme gedacht hast, die Dich am stärksten beschäftigen, dann versuche bitte alle diese Probleme irgendwo ausserhalb von Dir abzustellen. Du kannst Dir dazu wieder vorstellen, jedes Problem einzeln oder alle Probleme zusammen... irgendwo ausserhalb von Dir abzustellen.. .Du kannst Dir selbst wieder den Platz aussuchen, an dem Du Deine Probleme jetzt abstellen oder weglegen willst... Lass Dir Zeit... die Zeit, die Du jetzt brauchst... und achte auch darauf, dass Du alle Probleme am passenden Platz abstellen kannst... Und wenn D wieder alle Deine Probleme weggestellt hast, dann atme bitte ein paar Mal tief...ein... und aus... und spüre, wie es Dir jetzt geht. Achte jetzt nur auf Deinen Körper... und Deine Gefühle und fühle, wie es Dir jetzt geht.

Und jetzt kannst Du Dir wieder ein Problem aussuchen. Du kannst Dir das Problem aussuchen dass Dich im Moment am rneisten beschäftigt oder sonst ein Problem, das Du Dir jetzt etwas näher anschauen möchtest. Und wenn Du ein Problem ausgewählt hast, dann schaue Dir das ganze Problem genau an... und achte darauf, wie sich das Problem in Dir jetzt anfühlt. Oder frage Dich selbst: WIE FÜHLE ICH MICH, WENN ICH JETZT AN DIESES PROBLEM DENKE? ... und warte ab, was in Dir passiert.

Begrüsse bitte alles so freundlich wie möglich, was in Dir jetzt entsteht... und bleibe mit Deiner ganzen Aufmerksamkeit dabei. Jetzt achte bitte auch einmal darauf, ob es Worte... oder Bilder gibt, die in Dir entstehen, die genau zu diesem Problem... oder zu Deinen Gefühlen passen... oder es genau beschreiben.. .Frage Dich bitte selbst: WIE ERLEBE ICH DIESES PROBLEM UND WAS KANN ICH DABEI IN MIR SPÜREN? Lass Dir Zeit... für das, was jetzt in Dir entstehen möchte oder entstanden ist.. Du kannst es selber spüren, ob die Worte oder Bilder stimmen... oder probiere bitte, genau passende Worte oder Bilder zu finden, die das beschreiben, wie es Dir jetzt geht... Du kannst auch spüren, wie es Dir dabei geht. Frage Dich bitte: WAS IST ES, DASS MICH JETZT SO FÜHLEN LASST, WENN ICH AN DIESES PROBLEM DENKE... UND WO IN MEINEM KÖRPER KANN ICH ES JETZT AM DEUTLICHSTEN SPÜREN?... UND WAS BEDEUTET ES FÜR MICH, DASS ICH MICH SO FÜHLE? (vergleichen)

I. Name für das Gefühl-rnit-Gefühl von dem/zu dem Problem

2. Vergleichen von dem “guten Wort” - mit - dem Problem (Was daran ist so *****?)

3. Bedeutung erspüren oder Distanz schaffen (verweilen!!!!)

Warte dann einfach nur ab, was in Dir passiert und versuche mit Deiner ganzen Aufmerksamkeit dabei zu bleiben. Spüre, was es für Dich bedeutet, sich so zu fühlen und bleibe für ein paar Sekunden dabei. Jetzt möchte ich Dich noch bitten, für ein bis zwei Minuten auf Deinen Körper zu achten. Einfach nur für ein bis zwei Minuten in Deinen Körper hineinzuhören und dabei zu bleiben, wie es Dir jetzt geht. Bleibe bitte, wenn es Dir jetzt möglich ist, mit Deiner ganzen Aufmerksamkeit, bei Deinen Gefühlen und dem, was Dir diese Gefühle bedeuten.

Fragen: jetzt brauchen?; mitteilen wollen?; das wichtigste daran?

Ich lasse Dir jetzt, zum Abschluss dieser Übung, noch die Zeit, die Du selbst brauchst, um diese

Übung gut beenden zu können. Du kannst Dich dazu selbst fragen: WAS FEHLT MIR IM MOMENT AM MEISTEN? oder WAS BRAUCHE ICH JETZT AM MEISTEN? Spüre bitte, was dies jetzt für Dich sein könnte und tue, was immer es ist, damit Du diese Übung gut beenden kannst. Wenn Du für Dich einen guten Schluss gefunden hast, dann nimm Dir noch Zeit für Dich und beginne dann bitte ein Bild zu malen, von dem was Du gerade erlebt hast oder wie es Dir jetzt geht. Nehme Dir die Zeit die Du für Dich brauchst und mache, was immer Du willst, damit es Dir jetzt gut geht.

 

ERGEBNISSE

Antworten zur Entspannungsanleitung:

Die Antworten aus der ‘Ankreuz-Frage’ Nr. 11 “Ich habe alles verstehen können, was Du gesagt hast.” waren in 36 von 38 Fallen zustimmend (bei der Schulklasse waren es 15 von 22). Bei der Frage Nr. 12 “Ich habe mich heute gut entspannen können.” fielen 35 von 38 (bzw. 19 von 22) bejahend aus. Auch bei der ersten Frage, (“Ich bin heute durch diese Übung etwas ruhiger geworden.”) waren die Antworten vermehrt zustirnmend, wobei hier der Einfluss der jeweiligen Übung eine wichtige Rolle gespielt hat. Bei dem Fragebogen ‘Fragen zur Übung’ gab es vermehrt die Antworttendenz, daB sich die Kinder entspannen konnten. Manche gaben sogar an, dass sie entspannter und/oder ruhiger geworden sind.

Insgesamt, auch aufgrund verbaler Rückmeldungen, glaube ich sagen zu können, dass diese Entspannungsanleitung ihren Zweck, die Kinder ruhiger werden zu lassen, damit sie ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf das eigene Körpergeschehen lenken können, erfüllt hat. Ich selbst hatte den Eindrück, dass sich die Kinder, auch die aus den Vorversuchen, haben entspannen können. Abgesehen von äusseren Störquellen war es allen Kindern möglich, sich zu entspannen, ruhiger zu werden und ihre Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper zu lenken.

 

Resümee der Bewertung der einzelnen Übungen

Die Entspannungsanleitung hat alle Kinder, wenn auch nicht immer, ruhiger werden lassen, sodass sie ihre Aufmerksamkeit auf ihr eigenes inneres Geschehen ausrichten konnten. Die Kinder haben diese Anleitung durchweg angenommen und positiv bewertet.

Die Übung I ‘Reise in Dich selbst’ erscheint mir als Einstieg für einen Focusing-Prozess geeignet.

Alle Versuchspersonen konnten über dabei erlebte Gefühle berichten. Das zeigte mir, dass jede

Versuchsperson ihr inneres Geschehen wahrnehmen und differenzieren konnte, sodass dadurch eine

Hinführung zum Selbsterleben erfolgte, was für einen Focusing-Prozess eine Grundvoraussetzung ist.

Die Bewertung war ebenfalls durchweg positiv. Dies spricht für die Praktikabilität.

Die Übung 2 ‘etwas aus sich wachsen lassen’ ist eine weitere zum Focusing-Prozess hinführende Übung. Da alle 6 Versuchspersonen uber Gefüihle und körperliche Empfindungen während der Übung berichten konnten, gehe ich davon aus, dass auch hier eine Zuwendung zum Selbsterleben stattgefunden hat. Bewertet wurde die Übung positiv, sodass ich sie ebenfalls für anwendbar halte. Über eine evtl. geeignetere Anwendungsform und bezüglich evtl. auftretender therapeutischer Effekte sind noch keine abgesicherten Aussagen möglich.

Die Übung 3 ‘eine Problem-Liste’ gehört inhaltlich schon ganz zum Focusing-Prozess. Dieser erste und sehr wichtige Schritt des Focusing-Prozesses konnte von fast allen Versuchspersonen mitgemacht werden, d.h. der grösste Teil der Versuchspersonen konnte eine Problem-Liste imaginieren, sie ‘herausstellen’ und die dabei sich veränderten Gefühle wahrnehmen und differeriziert mitteilen. Dies bedeutet, dass Kinder diesen ersten Schritt (‘making a space’, ‘Raum schaffen’) in etwas abgewandelter Form nachvollziehen können. Auch die Bewertung bestätigt diese Annahme bezüglich der Anwendbarkeit dieser Übung und dieses Focusing-Schrittes.

Die Übung 4 ‘ein Problem herausstellen’ wurde grösstenteils angenommen. Abgesehen von ein paar Verständnisschwierigkeiten (in der Schulklasse) konnten die meisten Kinder sowohl über erlebte Gefühle und Empfindungen berichten, wie auch über das Herausstellen eines Problems. Die Kontaktaufnahme mit dem eigenen körperlichen Geschehen während der Übung war ebenfalls meistens möglich gewesen, sodass auch diese Übung den ersten Schritt des Focusing-Prozesses für Kinder anwendbar machen dürfte. Mit Hilfe von Folgeuntersuchungen, die die Anwendbarkeit verbessern sollten, könnten auch Fragen bezüglich der Effektivität und Wirkung dieses Focusing-Schrittes erforscht werden.

Die Übung 5 ‘Focusing-Prozess’ scheint zu dem angewandten Zeitpunkt einige Kinder überfordert bzw. zu wenig zur Mitarbeit motiviert zu haben. Aufgrund der Aussagen der ‘motivierten’ Kinder, halte ich auch diese Übung für, zumindest bedingt. anwendbar. Jedoch möchte ich wegen den aufgetretenen Schwierigkeiten weder Aussagen zur Praktikabilität noch zur Effektivität dieser Übung machen. Beides gilt es in weiteren Studien zu erproben und zu erforschen.

Zusammenfassung: Nach den vorliegenden Daten, sowie den Berichten anderer Autoren (vgl. Kapitel 6), sehe ich bei der Anwendung von Entspannungsübungen bei und mit Kindern einen grossen Bedarf. Der erste Schritt des Focusing-Prozesses ‘Raum schaffen’ erscheint fur ebenfalls für die Arbeit mit Kindern geeignet. Über die Möglichkeit einen gesamten Focusing-Prozess (geleitet) mit Kindern durchzuführen kann ich aufgrund der vorliegenden Daten keine Aussagen treffen, die mir als abgesichert erscheinen. Dass Kinder die einzelnen Schritte nachvollziehen und ‘miterleben’ können erscheint rnir m.E. als gegeben. Die Art und Weise und Abfolge eines ganzen Focusing-Prozesses bedarf weiterer Forschung. Insgesamt zeigte sich dass die Durchführung der Übung 5 zu früh gewesen war. Das heisst, es bedarf mehrerer Zwischenschritte und vermehrter Vorbereitungen. Dabei sind z.B. auf Punkte zu achten wie: Zeit für Vertrauen, äusserer Rahmen, Motivation, Symptomatik, u.a., damit zuverlässige Daten gewonnen werden können.

Insgesamt glaube ich, dass eine solche Übung mehr ‘Vorbereitungszeit’, besseres gegenseitiges Kennenlernen, u.ä. braucht. Ich gehe davon aus, dass Kinder ‘zum Focusing fähig sind’, sie aber einen anderen ‘Rahmen’ und mehr ‘Erfahrung’ benötigen, auch urn den grossen individuellen Differenzen gerecht werden zu können. Das heisst, ich halte auch eine solche Übung für praktikabel, wenn vielleicht auch nicht in einer so exakt angeleiteten Art und Weise. Über therapeutischen Nutzen oder Effekte können (noch) keine Aussagen gemacht werden. Dies gilt es aber noch weiter zu untersuchen und zu erforschen, auch in Bezug das Vertrauen von Kindern in ihre eigenen körperlichen Prozesse und deren Bedeutung für das Verhalten und Erleben.

 

ÜBERBLICK ÜBER BISHERIGE VERÖFFENTLICHUNGEN:

1) Erlandson-Slater ‘80: The Child’s Experience of Joe

2) Santen & Koopmans ‘80: Some remarks on experiential PT with children

3) Neagu, G. ‘86: Focusing and Play Therapy

4) McGuire ‘86: School project: Teaching clearing a space to Elementary School Children

5) Yuba & Muraya.tna ‘88: Clearing a space with drawing in play therapy

6) Duron, L. ‘88: Focusing as a means to help a child with learning difficulties

7) Lutgendorf ‘88: Focusing with children

8) Neagu, G. ‘88: The focusing technique with children and adolescents

9) Rüdisser, F. ‘86: Focusing in der Schule oder Wärme im Bauch

10) Groddeck, N. ‘89: Focusing im Schulalltag

11) Santen, B. ‘87; dt. ‘90: Jenseits von Gut und Bose

12) Müller, D. ‘81: Anleitung zur Gestaltung geleiteter Phantasien

13) Juchli & Geiser ‘84: Ideen zur Anleitung von Gruppenfocusing

14) Pflug ‘85: Eine praktische Anleitung für Focusing-Gruppen

 

ANTWORTBEISPIELE DES KINDER

zu den Übungen (je Sitzung) und nach den Übungen (abschliessend):

• es kribbelt überall, bzw. im Bauch, im Herz

• es war ganz warm in meinem Bauch

• ich habe mich ganz leicht gefühlt und das war sehr angenehm

• ich hörte mein Herz schlagen

• am Anfang war es schlecht, dann war ich froh

• ich fühle mich lustig

• ich fühle mich fröhlich und glücklich

• im Bauch, Kopf, Arme, Beine und Herzen

• am besten gefallen hat mir das mit der Abstellkammer

• es hat im ganzen Bauch geklopft

• wenn man glücklich ist kitzelt es im Bauch und wenn man traurig ist, hat man eine dicken

Knäuel im Hals

• ich spürte in den Armen meine Wut

• ich war sehr überrascht über die schöne Blume

• am besten gefallen hat mir der Abstellraum fü Probleme

• ich war glücklich, dass ich meine Probleme weggepackt hatte

- Unendlichkeit, so als ob mein Herz alles umarmen wollte

• eine Schmetterling in meinem Herzen

• dann fühllte ich als ob viele Tausendfüssler in meinem Bauch spazieren gehen

- etwas war ganz weit offen

• eine unendliche Weite, die schön war

• ich habe mich leicht und entspannt gefühlt

- ich babe mich selbst gut gespürt

• die Noten wurden besser, well ich ruhiger war

• ich bin viel ruhiger

• ich war beinahe jeden Tag em bisschen ruhiger

- ich habe mich besser kennengelernt

• ich fühle mich jetzt fröhlicher

- ich kann im Bauch Freude fühlen

• wenn ich entspannt bin, geht es mir prima

• ich habe mich geborgen gefühlt

• ich fühle mich in letzter Zeit ganz glücklich

• man hat eine Leere gefühlt und auch Freiheit

• es war toll den Gefühlen Fragen zu stellen

• ich babe getühlt, dass ich mich konzentrieren kann

• auf sich selber zu achten und zu vertrauen

• sich seine Problemen bewusst zu werden, ohne Angst zu haben

• in manchen Dingen bin ich ruhiger geworden

- das ich nicht mehr so eifersüchtig bin

• ich denke jetzt mehr an mich selbst

• ich kann besser und schneller einschlafen

• ich weiss, dass ich meine Sorgen und Probleme rneistern kann

• die Übungen geben mir Kraft

• ich weiss jetzt, dass ich sehr wertvoll bin

• ich versuche mit Freunden auch solche Übungen zu erfinden

• ich weiss, wenn ich mal eine schlechte Note schreibe, dass es kein Weltuntergang ist

• ich bin glücklich, dass ich eine Schublade für meine Probleme habe.