Internationalen Kinder-Focusing Konferenz 1998

Willkommen
Prof.Dr. Emoke Bagdy

„Fokussen mit Kindern"
Sabine Boss

Das Process raum geben, Kinderkonferenz, Ungarn
Barbara Rolsma

Eine sehr lange Reise nach Ungarn
Lucy Bowers

Teilnahme an der Konferenz ‘Focusing mit Kindern’
Libby Lovat

,,Sie weiß, aber sie weiß nicht, daß sie es weiß "
Sabine Brödel & Ulrike Kaschel

Step by Step
Ruedi Gerber

   Willkommen
Prof.Dr. Emoke Bagdy.

Sehr geehrte Kolleginnen, Kollegen, liebe Gäste, meine Damen und Herren,

Gestatten Sie mir, daß ich Sie an der Ersten Internationalen Kinder-Focusing Konferenz im Namen vier ungarischer Universitäten, in Vertretung, des gemeinsamen Koordination Ausschusses des Universität Budapest, Debrecen, Pécs und Szeged, sowie im Namen der Budapester Haynal Imre Universität für Gesundheitswesen, herzlich Willkommen heize. Das Wort „erste" als Bezeichnung ist diesmal

In vielerlei Hinsichten gültig. In der Geschichte der Focusing Gase mietweisen bis jetzt keine internationale Veranstaltung über Kinderarbeit, so ist die ungarische Konferenz die erste, sogar in unserem Land wird Focusing auch das erste Mal an einer Konferenz präsentiert.

Marta Stapert war die erste, die Focusing mit unermüdlicher Aktivität und Enthusiasmus bei uns eingeführt hat und Focusing den Ungarische Fachleuten vermittelt.

Ungarn ist unter den post-kommunistischen Ländern das Erste das diese Methode als ein akzeptiertes, auch in der Universitäten Ausbildung eingeführtes psychologisches Verfahren anerkannt ist. Die sich an der Konferenz vorstellenden ungarischen Kollegen sind die ersten ausgebildeten Fokus-Trainers.

Die Haynal Imre Universität für Gesundheitswesen ist die erste Universität, an der die Studenten und Psychologen in der Klinischen Weiterbildung, in der Neuropsychologie und im Rahmen ihrer psychotherapeutischen Ausbildung Focusing erlernen.

Die ungarischen Kollegen, wir alle fühlen uns geehrt, daß sie als Ort dieser Veranstaltung unser Land gewählt haben, deren Bildungszentrum für Volkswohlfahrt der hollandisch-ungarischen Kooperation seit Jahren grosse Bedeutung beimischt, sowohl in der Supervisorenausbildung, als auch in der Vermittlung von Focusing.

Für die Arbeit von Marta und Ynse Stapert muss ich in meiner Begrüssung an erster Stelle danken, denn ohne sie hätte diese Veranstaltung nicht stattfinden können.

Meine Damen und Herren, fühlen sie sich wohl an diesem Treffen.

Wenn die Ideen von Fokusing, Akzeptanz, Offensein, Empathie sich an dieser Konferenz bemerkbar machen, kann ich Ihnen nichts besseres wünschen, als innige Begegnungen miteinander, mit den ungarischen Kollegen, aber auch mit der ungarischen Mentalität, die genauso zärtlich, liebevoll, freundlich und fürsorglich ist, wie Focusing, daß auch Sie auf dieser Art und Weise Vertreten.

Fühlen Sie sich sehr wohl und verbringen Sie nützlich die Zeit in fachlichen Begegnungen, im Austausch.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

Bericht über die 1. Internationale Konferenz

   Fokussen mit Kindern"
Sabine Boss Alkmaar, Dezember 1998

Im Oktober 1998 fand im ungarischen Sálgótarján der erste 5-tägige Internationale Konferenz mit dem Thema "Fokussen mit Kindern" statt, mit ca. 75 Teilnehmern aus 13 verschiedenen Ländern (USA, Ukraine, Ungarn, Rumänien, Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Island, England, die Schweiz, Israel, Kanada und Tschechin).

Der Ausgangspunkt war, das alle Teilnehmer sich am Anfan für eine bestimmte Arbeitsgruppe anmelden konnten, d.h. eine feste Gruppe--mit der man wahrend der ganzen Konferenz Arbeiten wurde. Dabei konnte man für die Gruppe individuelle Arbeiten mit Kindern, z.b. in der Kinderpsychotherapie, Fokussen mit Schulklassen, Fokussen mit eigenen Kindern (für Eltern und Begleiter von Eltern) wählen. Die Verständigungssprache in diesen Gruppen war deutsch/ungarische oder englisch/ungarisch, mit Dolmetschern.

Daneben gab es Selbstreflexionsgruppen, die täglich abends zusammenkamen und wobei soviel wie möglich in der eigenen Sprache auf Erfahrungen aus der Konferenz reflektieren konnte und Gelegenheit hatte, selber zu fokussen.

Das Programm setzte sich morgens und nachmittags aus einem Plenum und darauffolgend einer Besprechung der Arbeitsgruppen zusammen. Abends wurde in den Selbstreflexionsgruppen gearbeitet. Es war ein volles, sehr befriedigendes Programm, wobei ein gutes Gleichgewicht zwischen Anstrengung und Entspannung bestand, das letztere in Form von Programmteilen wobei gemeinsam getanzt wurde und ein animierter Ausflug zu dem charakteristischen Weinstädtchen Eger stattfand. Die Arbeitsweise der Konferenz basierte auf den Hypothese-Prozeß Modell in der interpersönlichen Interaktion, als wichtigste Ingredienz in der Basishaltung der Begleiter zusammengefaßt aus Gendlin's Buch "Fokussen und Psychotherapie".

Dieses wurde in dem ersten Plenum von Inse Stapert vorgestellt und wurde sich als Leitfaden durch die Konferenz ziehen.

Jacky, ein 8-jahriges Mädchen, das wir später auf dem Videoband von Gloria Brunix begegnen wurden, sagt: "I have lots of things I think I don't know, but I know" - "Ich habe eine Menge Dinge, wovon ich denke, daß ich sie nicht weiß, aber ich weiß sie"

Zwei Interaktionmodellen wurden nebeneinandergestellt: das, Diagnosevorschriften- und Verordnungen Modell und das Hypothese-Prozeß Modell.

Die Diagnosevorschriften Modell verkörpert die "klassische" Lernmethode "von Außen nach innen".

Es richtet sich auf ein bestimmtes Ziel oder "Produkt", der eine weiß "es", der andere nicht; wenig Spielraum oder Wahl, keine innerliche Bindung und kein Raum für das Nehmen von Risiken.

Im Hypothese-Prozeß Modell findet das Lernen von innen nach Außen statt. Der Prozeß ist das Ergebnis der Interaktion und ist deshalb nicht Produkt- oder zielgerichtet. Gegenseitiger Schutz, gemeinschaftliche Verantwortung. Nichts zwischen dir selbst und dem Anderen stellen, freier Raum zwischen den zwei Personen. Ich stelle eins Verbindung mit dieser Person her. Der Andere ist stetig in Bewegung, der Prozeß des Anderen steht nicht still, so der Andre ist nicht sowie ich in diesem Moment denke, daß er ist, sondern per Definition anders. In der Interaktion bleibt man doch zwei einzelne Menschen, keine Verschmelzung. Mit diesem Hypothese-Prozeß Modell als Leitfaden sind wir in den Arbeitsgruppen an die Arbeit gegangen. Es war für mich eine Besonderheit, zu erfahren, daß unsere Arbeitsgruppe "felt sense" hat und einen kompletten Gruppen-fokusprozeß durchmachte. Die Mitglieder der Gruppe bildeten die Teile der "felt Sense". Auffallend fand ich, wie Marta Stapert, indem sie dabei blieb und nicht Zielgericht war, allen Teilnehmern Raum und Aufmerksamkeit zu geben und ihr "felt Sense", das gleichzeitig einen Teil das Gruppen-"felt-sense" vertrat, diesen Fokusprozeß begleitete. Alle spurten sogar einen "Shift". Für mich war das Gruppen-"felt-sens" fühlbar als "etwas", ein "das", daß in der Mitte unseres Kreises in Bewegung war.

Wir arbeiteten mittels eines zusammen aufgesetzte Programms, vieles im Austausch und Rollenspiel. Aus unseren Arbeitsgruppen kamen unter anderem die folgenden Tips bzw. Beachtungspunkte:

Selbst wenn ein Kind sehr lange das Gleiche machen will, z.b. ein Jahr lang wöchentlich wahrend der Therapiesitzung nur Fußball spielen will, kommuniziere dann anschließend auf das was das Kind in einer Focusing Attitüde angibt an einem bestimmten Moment wird sich bei dem Kind von innen heraus eine Änderung ergeben.
Über eine Puppe arbeiten, was fühlt die Puppe...(bei "ich fühle nichts" Kindern). . keine Angst vor Aggressionen haben, als Begleiter einfach da "sein".
Nicht Zielgerichtet sein, es geht um den Prozeß.
Als Therapeut kann man wohl Ziele verfolgen, formuliere diese aber als Hypothesen.
Eine gewissermaßen lakonische Haltung, Humor.
"Don't push the River".
Zu welchem Zeitpunkt kann man mit fokussierenden Interventionen anfangen.

Weitergehend will ich eine kurze Beschreibung des Plenums geben.

Auf dem Plenum von Inse Stapert folgte ein Antrag von Marta Stapert um in Dreiergruppen ein Rollenspiel auszuspielen, wobei wir uns eine bestimmte Situation zusichern Eltern und ein Kind vorstellten. Einmal wurde es gespielt, indem ein Älter sehr autoritär war, einmal die "Laissez Faire" Haltung und einmal in einer fokussierenden Attitüde. Dies um zu erfahren, wie es sich fühlt in den drei Näherungs-methoden als Älter oder als Kind Können beide zufrieden aus einer Situation herauskommen?

Zack Boukydis, ein amerikanischer Psychologe, der auch an der Wiege von Children's Corner gestanden hat, hat zwei Plenums organisiert.

Das erste Plenum bezog sich auf die Arbeit mit dem innerlichen Kind. Sehr frühe Erfahrungen eines Neugeborenen Können weitreichende Folgen haben für die Weise, wie man im Leben steht, um mit unserem innerlichen Kind eine Verbindung herzustellen, wurde, nach dem in sich Gehen, uns gefragt, das eigene- Lieblingstier vorzustellen, den "felt Sense" dieses Tieres zu erfahren und es danach darzustellen. Wir taten dies alle gleichzeitig in der Mitte eines großen Kreises, in dem wir saßen. Die Tiere konnten auch miteinander in Interaktion gehen. Danach wurde in Paaren auf die Frage fokusiert: Wie hatte ich gewünscht, daß man als Kind mit mir umgegangen wäre. Es ist möglich, gerichtet auf Erfahrungen, Situationen und Geschehnisse aus der Kindheit zu Fokussieren. Wiederholtes Fokussieren auf eigene Kindeserfahrungen macht den Weg zu einem offenen Verhältnis mit unseren Kindern frei.

Das Plenum von Zack Boudykis und Marta Stapert hatte als Thema "Geburtserfahrungen und ihr Einfluß".

Als Einleitung habe ich wiedergegeben, wie ich mit einer Neugeborene Tochter auf ihre Geburtserfahrung fokussiert habe. Nachdem ich sie zuerst um Zustimmung gebeten habe, dies unter Worte zu bringen, habe ich auf eindringliche Weise versucht, für sie zu verbalisieren, was sie hatte erfahren können. Wie es für mich war und warum manche Dings so gingen wie sie gingen. Daß sie sich möglicherweise allein und verlassen gefühlt hat, daß es beengend und beängstigend für sie war, daß es zuerst angenehm und sicher war im Bauch, und daß sie dann auf einmal heraus mußte. Meine Tochter hat mich die ganze Zeit aufmerksam angeschaut. Als es genug für sie war, hat sie sich abgewendet und ging schlafen. In der ersten Nacht habe ich so in einer fokussierenden Attitüde mit ihr gesprochen. Es zeigt sich, daß wenn man auf einer bestimmten Stelle unter dem Fuß, gerade an der Ferse vorbei druckt, dies eine Spannungsreaktion gibt: Weinen und Ähnliches, es sich um eine noch nicht verarbeitete Geburtserfahrung handeln kann.

Dies habe ich nach jedem Fokussieren vorsichtig getan. Anfangs weinte sie, allmählich wurde dies weniger, bis am Ende der Nacht keine Spannung mehr auftrat beim Drücken. Es ist ein sehr zufriedenes Baby mit wem ich noch immer fokussierend umgehe, genau wie mit meinen anderen Kindern.

Danach sprach Zack von seiner Arbeit mit Eltern und Babys, Couveuse-Babys, Babys von Süchtigen Eltern, kranke Babys. Er begleitet die Eltern in einer fokussierenden Art und behandelt die Babys mit der Energie seiner Hände. Der Zweck ist, den Kontakt zwischen Eltern und Kind in Gang zu setzen. Er zeigt den Eltern, daß auch ein zu früh geborenes, sehr kleines Baby eine Persönlichkeit ist, daß es viele Dinge schon kann, daß es sich selbst trösten kann indem es auf sein Fäustchen saugt, was sogar die Sauerstoffaufnahme des Kindes verbessert. Ein Baby kann uns erzählen, wie es sich fühlt. Zack zeigt Eltern, daß ein Neugeborenes sich abwendet, wenn es genug Kontakt gehabt hat, und daß es keine Ablehnung der Eltern ist.

Marta sprach über den Einfluß, der die Geburt auf einen Menschen hat. Verlauft die Geburt mühsam, dann kann es sein, daß das Baby einen Gefülhsentschluß faßt über "wie das Leben ist" (alle meine Anstrengungen fuhren immer zu nichts, niemand liebt mich, man laßt mich immer allein) Es sind oft Entschlüsse mit "immer" und "nie". Diese Geburtserfahrungen können sofort nach der Geburt, aber auch im späteren Alter, als Erwachsener noch verarbeitet werden. Fokussen ist dabei ein wichtiger Weg. Man kann gerichtet auf seine eigene Geburtserfahrung fokussieren.

Danach bekamen wir den Auftrag, in Paaren zu fokussieren, uns in ein Baby zu versetzen, das einen leichten Schmerz erfährt. Der Andere reagiert darauf auf eindringliche Weise.

Ein besonderer Moment war auch das Plenum, wobei das Videoband von drei Fokussitzungen von Gloria Brunix mit Jacky vorgeführt wurde. Es war eindrucksvoll zu sehen, wie schnell der Prozeß verlief, wie ein ernsthaftes Problem von Jacky sich gehört fühlte und welch kraftvolle, positive Auswirkung dies auf sie hatte. Es machte großen Eindruck, wie Gloria Jacky sorgfältig folgt und auch dem Kind ihre Prozeßfragen stellt, wodurch Jacky in Freiheit«n einer bestimmten Richtung schauen konnte und immer weiter wachsen konnte. Gloria arbeitet in einer fokussierenden Art, wie einen fokussierenden "Gespräch" wobei das Kind die Gelegenheit bekommt, zu zeichnen So bekommt "Es" Form, wodurch Jacky die Gelegenheit bekommt, es zu betrachten, damit eine Verbindung herzustellen und es zu verarbeiten. Die Geschwindigkeit der Änderungen war so bedeutsam, daß diese bei manchen fast Zweifel aufrief.

Aus einem Begleitschreiben von Gloria zeigte sich ihre enorme Sorgfalt, diese verwundbare Stelle bei dem Kind von innen nicht zu beschädigen. Sie stellt dem Kind immer Fragen mit einem offenen Ende: Fühlt dies gut für dich? Wie wäre es für dich, einmal zu sehen wie es bei dir von innen aussieht? Wie ist dies alles für dich? Und... Oder gibt es noch etwas anderes?

Gloria benachdruckt die Bedeutung des fokussierenden Suchens in dir selbst als erwachsener, um das Kind nicht im Wege zu stehen und offen zuhören zu können.

Marta Stapert gab ein Plenum über Zeichnen und Fokussieren mit Kindern. Marta arbeitet als Kinder-Psychotherapeut in einer Sonderschule. Sie hat innerhalb des Teams Fokussieren eingeführt durch Schulung der Lehrer in Fokussieren. Dieses Plenum gibt eine Idee wie man mit einer Gruppe von Kindern in der Schule oder individuell fokussieren oder zeichnen konnte. Die Zeichnung braucht nicht schon zu werden, denn du (das Kind) weiß selbst was damit gemeint ist, Die Lehrer machen deutliche Verabredungen mit den Kindern über Geheimhaltung um ihre Zeichnung. Der Lehrer stellt nach dem Zeichnen die Frage: mochtest du darüber etwas sagen?". Es gibt nie eine Verpflichtung, über die Zeichnung zu diskutieren.

Zuerst bekamen wir alle Musik zu hören und wurden eingeladen, unseren "felt Sense", von dieser Musik aufgerufen, zu zeichnen. Danach erzählte Marta das Marchen von Rotkäppchen. Bei jeder Wendung der Geschichte bekamen wir Gelegenheit, unser "felt Sense", die aufgerufen wurde, zu zeichnen oder zu färben. Danach konnten wir Fühlen, ob sich von innen etwas geändert hatte und das dann auch zu zeichnen oder zu färben, wir kamen nicht mehr zum Zeichnen unseres eigenen Körpers mit allem was uns da fühlbar quer saß, als eine Form des Raumschaffens. Danach wurden die Zeichnungen in Paaren an einander gezeigt und konnte darüber diskutiert werden.

Diese Konferenz hat viel gebracht: viel Inspiration, Ideen, Austausch, Kontakte und Plane. Ich bin davon überzeugt, daß diese enorm zur internationalen Verbreitung von Fokussieren durch Kinder beigetragen hat. Die Umgebung, die Versorgung und Gastfreundschaft in Ungarn waren sehr professionell und herzerfreuend. Ich denk, ich spreche für viele Teilnehmer, wenn ich sage, daß ich Ausschau nach der nächsten Internationalen Konferenz "Fokussieren mit Kindern" im Jahre 20U0 in Ungarn.

 

   DAS PROZESS RAUM GEBEN, KINDERKONFERENZ, UNGARN
von Barbara Rolsma   Alkmaar, Die Niederlande

Als ich gebeten wurde, als Trainer an der Konferenz teilzunehmen, erfuhr ich neben dem Gefühl, mich geehrt zu fühlen, auch Unsicherheit, denn ich hatte gerade erst mit meiner Focusing-Arbeit begonnen. Diese felt-sense übermittelte mir folgende Botschaft: Ich brauche eigentlich nur da zu sein und darauf zu vertrauen. Das war dann auch der Leitfaden der Konferenz "Du weißt mehr als du denkst dass du weißt".

Schon bald wurde mir klar, dass das heilsam wirkte, dass meine Unsicherheit in den Hintergrund verschwand und Platz machte für eine auf Erfahrung beruhende, Gruppen gerichtete Aufmerksamkeit, für das kreieren von Sicherheit, internationaler Zusammenarbeit und gemeinsamer Verantwortlichkeit, in der jedermann Qualitäten ausdrücken konnte. Aus diesem Blickwinkel entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit mit meinen beiden Ungarischen Kollegen.

Unsere Gruppe bestand aus 12 Menschen, 7 Nationalitäten, mit verschiedenen Arbeitsgebieten: Krippen- und Kindergartenerzieherinnen, Ober- und Unterstufenlehrer(innen), einem Dozenten für junge Erwachsene und einem Kindertherapeuten, ein breites Spektrum also. Einige waren erfahrene Focusser, andere hatten an einem Basiskursus teilgenommen.

In unsere Gruppenprozess erlebten wir, dass eine Gruppe aus verschiedenen Individualisten besteht. Dadurch, dass jedes Individuum, ungeachtet kultureller Verschiedenheiten, sich gehört fühlte, entsannt Respekt und Offenheit für einander. Es scheint so zu sein, dass wir, wenn wir selbst respektiert werden, auch Respekt für einander aufbringen können und eine gute Interaktion zustande kommt. Dieser Erfahrungsprozess von innen nach Außen wird auch "Hypothese - Prozess Modell" genannt, wie Ynse Stapert es in einem des Plenums beschrieb.

Unsere eigenen Sicherheiten sind nicht die Sicherheiten der Anderen; auch das wurde zwischen unseren verschiedenen Kulturen deutlich. Wir, als Erwachsene, können nicht davon ausgehen, dass unsere eigenen Sicherheiten auch die des Kindes werden. Ein Kind will auch in seinen eigenen, charakteristischen Qualitäten erkannt sein.

Unsere Gruppe schöpfte sorgfältig eine Atmosphäre in der jeder sich sicher fühlen konnte, um eigene Erfahrungen zu machen und deren Anerkennung zu erleben. Das war die optimalen Voraussetzungen für unsere Beeindruckenden, subtilen und intimen Focusing-Erfahrungen. Wir gaben uns Selbst ein Beispiel dafür, wie eine Prozess ins Fliesen kommen kann, und wie wir aus diesem Erlebnis heraus eine unmittelbare Verbindung mit unsere Kinderarbeit legen können, in welcher Form und Altersgruppe auch immer.

Wir schlossen die Konferenz als eine homogene Gruppe ab, strömend wie ein Fluss, der jeden von uns mit nahm in Sicherheit und Vertauen, sodass wir dem Kind in uns begegnen konnten und daraus eine akzeptierende und liebevolle Focushaltung gegenüber Kindern erwachsen kann, um ihnen zu helfen, auf sich selbst lauschen zu lernen.

 

   Gesichtspunkte aus der ungarisch/englischen Pädagogikgruppe.
von Barbara Rolsma.

1. ZUM THEMA SICHERHEIT:

Sprachverschiedenheiten werden minimalisiert, indem das Ausdrucksvermögen an felt-sense gekoppelt wird.
Erwachsene machen ihr innerliches Kind sein verfügbar für die, indem sie es erkennen und mit ihm kommunizieren.
Nimm das "Kind in dir" ernst.
Höre auf die felt-sense des Kindes und deiner Selbst und nimm, was da auch kommt, ernst.
Ein fließender Gruppenprozess wird kreiert dadurch, dass Aufmerksamkeit auf das einzelne Individuum gerichtet wird, während Sicherheit sich entwickelt durch ein aufmerksames Lauschen nach dem, was sich im Kind selbst abspielt.
Blockierte Kommunikation zwischen Menschen beginnt wieder zu strömen, wenn das Problem öffentlich benannt werden kann und wir davon ausgehen, dass das Problem aufgelöst werden kann.
Augenkontakt mit dem Kind und deutliche Erklärungen lasse es die Welt in sich selbst begreifen und vermeiden Verwirrung.
Durch Raum geben, Hören auf den Anderen und zu sagen, was du selbst wichtig findest lässt du ein Gruppengefühl entstehen.
Indem ein Kind als gleichwertige Person angesprochen wird, wird vermieden, dass es sich unsicher fühlt.
Empatie folgt aus einer eigenen felt-sense.
Positives Feedback unterstützt Vertrauen und Glücksgefühl (Wohlbefinden).

 

2. ZUM THEMA BEZIEHUNG ERWACHSEM UND KIND

Kinder können mit ihrer Aufmerksamkeit nach innen gehen anhand einer Erzählung, in der ein ihnen vertrauter Gegenstand (Symbol) vorkommt, wie z.B. ein Lift, eine Rolltreppe, ein Bergwerksschacht oder anderes.
Vertrauen erwächst aus Wiedererkennen, Reflektieren und dem Entsprechen emotionaler Bedürfnisse.
Das Eingehen dürfen auf emotionale Bedürfnisse wie Aufdems-hoss sitzen, einander in die Arme nehmen, bringt eine ruhige, friedvolle Atmosphäre in die Gruppe.
Spiele, bei denen man aufeinander vertrauen muss, bauen eine starke Verbindung zwischen den Gruppenmitgliedern auf.
Ein Vertrauenspiel z.B.: Menschen stehen im Kreis mit einer Person in der Mitte, welche sich in alle Richtungen fallen lässt, während ihre Füße stehen bleiben. Der Kreis darf diese Person nicht fallen lassen, sondern schubst diese vorsichtig von sich.
Kinder lieben es, all ihre Sinne zu gebrauchen und hierin erkannt zu werden: Hören, Sehen, Schmecken, Riechen, Berühren, Bewegen.
Kinder sind selber die Experten, wenn es darum geht, wie sie sich fühlen.

Sie brauchen nur eine sichere Umgebung um eine Kommunikation mit dem betreffenden Gefühl einzugehen.

Hinter den Worten, die Kinder gebrauchen, liegt eine Bedeutung die erkannt sein will.
Sowohl stille oder wilde, als auch "Musterkinder", mögen alle möglichen Erzählungen, in denen sie sich selbst erkannt fühlen.
Helfen bedeutet oft, einem Kind unsere Meinung auflegen.

 

3. ZUM THEMA SICHERHEIT UND BEZIEHUNG:

Das verbale und non-verbale Fokussen beginnt mit einer lauschenden Attitüde (Einstellung).
Um Fokussen übermitteln zu können ist es wichtig, dich selbst und deine eigen felt-sense ernst zu nehmen.
Durch ein akzeptierendes Lauschen können festgefahrene Muster sich verwandeln in Erfahrungen, die ein persönliches Eigentum sind.
... Höre auf die speziellen Stellen in dir selbst... die eine eigene Geschichte haben.

  

4. nach innen gehen (z.B. mit einem Lift) geschieht:

um sich erinnern (Erinnerung)
auf sich Selbst zu lauschen und wahrzunehmen
Respekt und Stillsein
Geschichten, die in unserem Körper leben
Kinder können eingeladen werden, ihre Erfahrungen zu teilen, mit Hilfe verschiedener Aktivitäten, sowie:
Malen
Zeichnen
Theaterspielen/Stehgreifspiele/Rollenspiele
Puppenspiel/Puppentheater
Schreiben
Gedichte schreiben
Platzieren
Singen
Mandalas machen
sprechen auf einen Kassettenrecorder
Erzählen

 

   EINE SEHR LANGE REISE NACH UNGARN
(Unsere Leidenschaft für Fokussieren und unsere Liebe für Kinder teilend)
von Lucy Bowers.

Die Ansage über den p.a. gab uns die Anweisung, unsere Sicherheitsgurte anzuschnallen und uns auf den Start vorzubereiten, Susan und ich waren uns unserer Aufregung und Erwartung bewußt als wir unseren Zweifel teilten. Waren wir wirklich nach Budapest unterwegs?

In Amsterdam, am Tage zuvor, hatten wir einen wunderbaren Tag erlebt. Es war ein sehr persönliches Vergnügen für mich gewesen, Mein inneres Kind war glücklich und munter mit den Geschmacken, den Geräuschen und den Gerüchen, als wir durch die Straßen meiner Kindheit wanderten. Das allererste Mal, dass ich Amsterdam je verlassen hatte war damals 1951 von dem gleichen Flughafen, die Umstände waren aber ganz anders. Diese Abreise war traumatisch und schmerzlich für die nach Kanada emigrierende Familie und die Familie und Freunde, die wir zurückließen. Viele Tränen wurden vergossen und viele weise Taschentücher wurden zu unserem letzten Lebewohl geschwenkt. Keiner von uns konnte sich vorstellen, den anderen wiederzusehen wir wurden nach diesem Tag nur über Briefe und Photos in Verbindung bleiben. So war der Glaube der auf das kleine Mädchen übertragen wurde, das tu dem Zeitpunkt mit allen Erwachsenen mitweinte.

Für meinen 21, Geburtstag hatte ich genug Geld gespart, um die erste von vielen Rückreisen zu machen, in meinem Versuch zu beweisen, dass dieser Glaube falsch war. Jedoch war diese Rückreise anders alle Anderen gewesen. Vor vierzehn Jahren hatte ich Fokussieren gelernt und es war auch vierzehn Jahre her seit meinem letzten Besuch an Amsterdam. Welch eine ungewöhnliche, reiche Erfahrung es war, zurück zu sein als Fokussiererin, mit meiner fokussierenden Gefährtin Susan Watson. Hinzugefügt zu all diesen Privilegien war das aktuelle Bewußtwerden der Verbindung zu meinem innerlichen Kind das ich nur sechs Wochen früher bei einer Fokussier-Retraite erfahren. Im nachhinein war diese Woche in Winnipeg eine Vorbereitung für die Reise, die ich zur Zeit unternahm.

Die Vertiefung in meinen Erinnerungen in Amsterdam verhalf mir, ein Verlustgefühl zu verarbeiten, von dem ich mir nicht bewußt war, dieses über 45 Jahren mit mir getragen zu haben. Das kleine holländische Mädchen in mir war verzückt und erfreut, mit der kanadischen Großmutter verbunden zu sein, die jetzt abflog zu neuen Abenteurerin Ungarn.

Susan und ich teilten einen Vorteil des Wissens und gleichzeitig des Nichtwissens wahrend des Starts für den zweistündigen Flug nach Budapest. Als Lehrerinnen ist es über viele Jahre unsere Ehre gewesen, unsere Leidenschaft für Fokussieren mit jedem zu teilen, der neugierig zu unseren Arbeitsseminaren kam, um dieses verblüffende Instrument kennen zu lernen.

Das spannendste war für uns, wann immer Leute hören wollten, wie wir Fokussieren mit jungen Kindern in unseren Klassen einsetzten. Die Kinder der Grundschule (6-10 Jahren), die ich unterrichtet hatte, waren erpicht auf „Elevator Rides" (Fahrstuhl Fahrten), wann auch immer Gelegenheiten sich fanden. Sie fühlten, dass da für sie etwas authentisches geschah in einer Art, die für sie schwierig zu beschreiben war. Susannes speziell bedürftigen Kinder vom gleichen Alter fragten regelmäßig nach... Fahrstuhlfahrten heute Mrs. Watson? Es war die Begeisterung der Kinder, die Susan und mir den Mut gaben, offener zusammenzuwirken und fortzufahren um zu sehen, wie wertvoll Fokussieren im Klassenzimmer war. Wir begannen mit vertrauen Darbietungen zu geben und Arbeitsseminare anzubieten, um das Wort unter unseren Kollegen zu Verbreiten. Es ist unsere Erfahrung, dass Kinder, die mit Fokussieren verbunden waren und von Lehrern unterrichtet wurden, die selber Fokussieren ausübten, sich stark fühlen, ihre Selbstachtung steigern und auf allen Gebieten der Entwicklung mehr integriert und dem Ganzen betreffend agieren. Ihre geistigen, sozialen, emotionalen und psychischen Bedürfnisse werden umschlossen und versorgt, da nicht getrennt von ihr intellektuellen Entwicklung. In welchen frühen Alter denn auch, beantworten sie innerlich die Einladung, „achtsame, fühlende Anwesenheit" zu sich zu beachten, und dieses Mitgefühl beginnt, das Klassenzimmerklima und die Gruppendynamik als einen zusätzlichen Bonus zu beeinflussen. Unsere Jahre der Beobachtung führten uns dazu, viele Ansprüche zu stellen. Jetzt waren wir unterwegs zu der ersten internationalen Konferenz über Fokussieren mit Kindern. Wir wußten, dass wir den Teilnehmern der Konferenz Begeisterung, Erfahrung und Verpflichtung bringen mußten. Wir wußten noch nicht, was wir von den anderen Teilnehmern zurück empfangen wurden.

Ich liebe zu fliegen und insbesondere die Abflüge. Mein „felt Sense" zu dem Moment, wo wir "die zähen Fesseln der Erde entrinnen wurden", bot vertraute Schwingungen zu meinem verstärkten Herzschlag und mehr Stückchen und Teile von J.G. Magee‘s Gedicht „High Flight" (Höhenflug), das ein und aus flitzte mit meiner Atmung. Jedoch, meine Ansicht, mit Ehrfurcht und Verehrung in die "Heiligkeit der Sonnenüberstrahlten Stille" einzutreten, wurde nicht ganz von meinen Sesselpartnern geteilt. Susan, rechts von mir, hatte bemerkt, dass ich mich mit dem „felt Sense" befaßte und wir hatten aufgehört, mit einander zu sprechen. Die Dame links von mir schien etwas verängstigt und dies führte zu einigen übereilten Bemerkungen. „Nein, sie war nie zuvor geflogen... aber ja, sie war auf ihrem Fahrrad in Budapest. Nein, wir waren nie in Budapest... Ja wir waren aus Kanada..., wir waren Lehrerinnen, die an einer Konferenz teilnehmen wurden. Es ist schwer, das Gefühl zu beschreiben, das folgte als unsere Sesselpartnerin fragte, ob wir zu der Konferenz „Fokussieren mit Kindern" gingen.

Fokussierer lernen auf ihrem Weg, dass das Leben fortwährend voll von Überraschungen ist. Anneke Broertjes war auch eine Lehrerin, unterwegs zur Konferenz. Sie arbeitete zufällig auch in der Sonderschule in Holland, wo Marta Stapert als Psychotherapeutin tätig war. Marta war der Katalysator gewesen, die mir das erste Mal im Frühling 1997 schrieb, mit der Einladung zu dem, was ihrer Ansicht nach die Arbeit für die erste Konferenz war. Anneke teilte ihre Gebrauchsidee eines kleinen Eimers als ein Metapher zur Siedlung eines Spielraumes mit Kindern. Susan und ich teilten die Idee, wie wir die „Elevator Rides‘ für unseren Metapher zum Einlaß in den Körper brauchten, so daß Kinder ihre Geschichten finden konnten. Der zweistündige Flug schien nur zwei Minuten gedauert zu haben, als wir mit erneuter Energie und Begeisterung landeten, um uns auf der Konferenz in Sálgótárjan wieder zu sehen. Anneke zufällig zu begegnen war eine reizende Bestätigung, dankbar angenommen, dass wir unterwegs waren zu Abenteuern von großem Wert Unser erster Tag in Budapest war kalt und regnerisch. Wir entschlossen uns zu einer dreistündigen Stadtrundfahrt in einem warmen Bus, die einzige Art, mit dem Wetter, den Entfernungen und der verfügbaren kurzen Zeit umzugehen. Wir hatten einen achtsamen und kenntnisreichen Tourleiter, der die Tour zu einem guten Entschluß machte, denn wir sahen und lernten viel. Es war wundervoll! Wir beendeten den Tag mit einer dreistündigen Mahlzeit in einem gemütlichen, warmen Restaurant, bevor wir uns das Bedürfnis unseres Körpers nach Schlaf eingestanden. Die Zeitumstellung und die vielen Reisestunden forderten ihren Tribut.

Am nächsten Tag mußten wir eine weitere zweistündige Reise unternehmen, diesmal mit dem Zug. Unsere Endbestimmung sollte Sálgótárjan sein, der Konferenzort für die nächsten vier Tagen. Am Bahnhof empfanden wir mehr Besorgnis als Erregung. Wir waren viele Male vor Taschendieben und Räubern gewarnt worden. Weder Susan noch ich sprachen ungarisch, aber irgendwie konnten wir Fahrkarten kaufen, die aber nicht den Namen unseres Bestimmungsortes zeigten, sondern statt dessen den Namen einer anderen Ortschaft oder Stadt. Die Organisation der Konferenz hatte uns einen Fahrplan geschickt für den 11.05 Zug, aber von welchem Gleis fuhr der? Sogar die großen Abfahrts- und Ankunftstafeln zeigten keine Namen der Bestimmungsbahnhöfe. Wir hatten vielleicht zwanzig Minuten zur Losung des Problems und an jedem Schalter befanden sich lange Reihen Wartende. Mit den Konferenzunterlagen in der Hand reihte ich mich am aus Auskunftsschalter - „Information Booth, (ein herrliches internationales Wort) ein. Wahrend ich meine Angst unser die Lage spurte und Susan unser ganzes Gepäck aufmerksam bewachte, dauerte es einige Zeit, die Dame neben mir zu bemerken, die versuchte, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie wollte mir zeigen, dass sie auch so ein Papier wie ich hatte.

Deutsch wurde unsere Verständigungssprache als ich entdeckte, dass sie auch zur Konferenz fuhr. Madeleine Walder war eine Psychotherapeutin aus der Schweiz. Ihre Besorgnis auf dem unruhigen Bahnhof war im Einklang mit unserer Sorge aus all den gleichen Gründen. Zusammen fanden wir das Gleis heraus und gingen an Bord des Zuges, einmal mehr als Trio reisend. Diesmal teilten wir ein Zugabteil für die zweistündige Reise zur Konferenz. Wieder einmal teilten wir unsere Leidenschaft für Fokussieren und unsere Sorge, Kinder nicht zu verletzen. Wir waren noch nicht mal in der Konferenz angekommen! Diese synchronistische Begegnungen wurden mit Freude und Dankbarkeit auf dieser Reise angenommen.

Der Konferenzbestimmungsort wurde schließlich am Mittwoch nachmittag ungefähr 13.30 erreicht. Wir hatten unser Haus am vorhergehenden Freitag nachmittag um 13.30 verlassen!! Es war eine sehr lange Reise, aber bis dahin sehr lohnend. Die Konferenz war in einem Wort wunderbar. Das „felt Sense" einer Gruppe von mehr als siebzig Teilnehmern aus elf verschiedenen Ländern war riesig und fühlbar. Jetzt kam die erste Hürde: der Übersetzungsprozess von niederländisch in englisch, in deutsch, in ungarisch und zurück und zurück und zurück. An einem Tag fühlten und äußerten ich und die Gruppe selbst unseren Arger über die Tatsache, wie zeitverschlingend und langsam bewegend die Konferenz mit dieser Wort für Wort Übersetzung war. Dank der Beharrlichkeit, der Selbstbezogenheit und Voraussicht der Organisatoren wurden diese Gefühle nicht kompromittiert mit der Versuchung, auf englisch umzuschalten, gleichwohl viele Teilnehmer darüber praktische Kenntnisse besaßen. Ich wurde mir bewußt von dem „shift" Ereignis wahrend der Vorführung von Glorias Video am zweiten Tag. Es war fesselnd, obwohl das Video alle zwei oder drei Minuten für Übersetzungen gestoppt wurde. Ich fühlte den „Shift" in mirselbst und von der Gruppe. Für die Dauer der Konferenz wurde an alle gesprochenen Worte Sorgfalt und Aufmerksamkeit gegeben für eine liebevolle Verständigung. Wahrend der Übersetzungszeiten wurden alle Worte in der gleichen Art gehört und empfangen. Zeit und Raum waren die Gaben, mit denen unsere Körper antworteten, indem sie diese Worte von unseren Herzen im tiefen Inneren verarbeiteten. Das Ergebnis unserer Geduld war sehr lohnend. Wir hatten zufällig die Weisheit unserer nordamerikanischen Eingeborenen angetippt, die bewußt Zeit und Raum (bis Fünf Minuten), wahrend ihrer Kreisrituale zwischen den Rednern bereitstellten. Sie hatten nie diese Weisheit verloren, den Körper hören zu lassen und die heiligen Worte unter sich zirkulieren zu lassen. Was für ein einzigartiges Erlebnis hatten wir hier auf so unterschiedlichen Ebenen. Fokussieren wurde unsere gemeinsame Sprache und Kinder unser gemeinsames Bündnis. Es wurde eine starke Herausforderung bieten, die Arbeit zu machen, in welche wir uns begaben. Wie verbreiten wir Fokussieren mit Kindern über die ganze Welt.

Die Form der Konferenz war Vorführungen für große Gruppen, mit kleinen Arbeitsgruppen und kleinen Selbstreflexionsgruppen. Die Konferenz wurde von Eszter Kovats, Marta Stapert und ihr Gatte Ynse koordiniert. Die Transit F. & S. in Budapest, das International Focusing Institute, the Haynal Imre Universität und das Népjóléti Késpési Központ Wellness Center sponsorten alle die Konferenz. Die Arbeit, die Marta und Ynse Stapert geleistet haben, Fokussieren sowohl in den Niederlanden als auch in Ungarn zu verbreiten (Ynse doziert an zwei Universitäten, Amsterdam und Budapest, Marta doziert Fokussieren an den Universitäten von Budapest und Gent in Belgien), wurde wahrend dieser Konferenz sehr deutlich. Der Umfang, in dem sie halfen, Fokussieren zu verbreiten, war bemerkenswert. 1996 hatten sie beide an der International Focusing Conference in Boston teilgenommen. Marta hatte als Psychotherapeutin an einer niederländischen Schule Fokussieren mit Kindern angewandt und ihre Begeisterung hatte sich auf ihre Lehrer in ihrer Schule übertragen. Ihre Begeisterung wahrend dieser Konferenz in Boston führte zu einem Ecktisch im Speisesaal, der bestimmt war für die Teilnehmer in Boston, die mitmachen wollten, fokussieren mit Kindern um die Welt zu verbreiten. Dies führte zur Geburt des Children‘s Corner. Danach wurde ein Netzzentrum und fortlaufende gegenseitige Beteiligung an unseren Erfahrungen gegründet und die Vision der jetzigen Internationalen Konferenz war das Ergebnis.

Wahrend der Eröffnungsansprachen wurden wir begrüßt von Iván Török, Direktor der Népjóléti Késpési Központ, welches unser Konferenz Center war. Er rührte mich tief, als er davon sprach, wie Ungarn sich in diesen letzten drei Jahren Fokussieren angenommen hatte. Seit dem Abzug der letzten Besetzer von Ungarn, den Kommunisten, war Ungarn zum ersten mal in seiner ganzen Geschichte wahrhaft befreit von ausländischer Herrschaft. Es hat ein schnelles Wachstum des Fokussierens gegeben, wobei nicht weniger als vier Universitäten eingezogen waren. Iván äußerte seine Hoffnung, dass das innerliche Kind einer Nation namens Ungarn nach all diesen Jahren der Unterdrückung als Ergebnis dieser Konferenz gehört werden wurde. Mit seinen Worten, „Ich will, dass die Ausländer in unserem Land begreifen, wie dieses innerliche Kind verletzt und versteckt wurde, aber heute ein wunderbares Kind ist",

Der erste Vortrag vor der großen Gruppe war in deutscher Sprache durch Ynse Stapert. Er stellte uns einige Schlüsselbegriffe des Fokussierens und Leitfäden zum Behalten vor. Er verglich zwei Modelle von interpersoneller Interaktion, die wesentlich produktorientiert gegen prozeßorientiert waren. Uns fragend, bei dem letzteren Aktionsplan zu bleiben, Er erinnerte uns daran, dass wir eins lernende Gemeinschaft waren, die alle unsere eigene Sachkenntnis aus unserer eigenen Erfahrung einbrachten.

Unser inneres Kind mußte in diesen Erfahrungen bestätigt werden, soviel wie auch bei den Kindern mit denen wir arbeiteten. Wir kamen zusammen, um uns gemeinsam in einen Raum, der sicher und ohne Dominanz sein sollte, einzufinden. Susan und ich fühlten beide, dass wo wir zeitig an diesem Punkt waren, dies für uns richtig war. Als Ynse uns einlud uns zu erlauben, uns durch die nächsten vier Tage mit dem Thema von einem kleinen Mädchen namens Jacky zu bewegen, schien dies sogar mehr geeignet in unserem Zusammensein als eine Gruppe. „I know but I don‘t know that I know". (Ich weiß, dass ich nicht weiß, aber ich weiß).

Es war in dem Moment, dass wir bemerkten, dass es drei Kanadier unter den Teilnehmern gab. Dieses kleine Mädchen Jacky wurde dargestellt in dem Video von Gloria Bruinix. Nicht dass wir drei Kanadier waren, aber auch Freunde durch bio-spirituelles Fokussieren. Noch eine entzückende Überraschung!

Wenn wir nicht in großen Gruppenvorführungen waren, waren wir entweder in einer Arbeitsgruppe oder einer Selbs-Reflexions-Gruppe interaktiv. Unsere gemeinsame Zeit war intensiv von 8.00 v.m. bis jeden Abend 21.30. In unseren Arbeitsgruppen waren Susan und ich erfreut, in Verbindung zu sein mit einem Dutzend anderer Leute, die an Erziehung beteiligt waren. Es war ein Vorrecht, mit zwei anderen Grundschullehrern aus Ungarn und einer aus Holland zusammen zu sein. Ein Lehrer von Island, der E.C.E. unterrichtete, ein Psychotherapeut, der in ungarischen Schulen arbeitete und ein Oberschullehrer Englisch, die bei dem Übersetzen behilflich waren. Andere Übersetzungen in ungarisch und zurück nach englisch wurden von einer wunderbaren junge Studentin ausgeführt und von der ganzen Gruppe geschätzt. (Linda übersetzte sogar die ganze Umsetzung von Glorias Video für die Vorführung). Wir genossen auch die Perspektive von jemandem aus England, der elterliche Geschicklichkeit lehrte. Bilha Frolinger fugte herrliche Anreize aus Israel hinzu. Sie und ihre Schwester Atsmaout feierten die kürzliche Nachricht, dass sie die Genehmigung erhielten und finanziert vom Erziehungsministerium, fokussieren in Schulen in Israel zu unterrichten. Es wurde auch unsere Feier. Die Verschiedenheit unserer Gruppe war eins kräftige Mischung mit der Fokussier-Attitude, die wir uns alle gegenseitig gaben.

Susan und ich wurden eingeladen zu zeigen, wie wir Fokussieren im Klassenzimmer durchführten. Wir wählten die experimentelle Annäherung, die ich als eine nützliche Technik entdeckt hatte, als ich in Winnipeg war. Es enthielt Rollenspiel und über eine zweitägige Periode hatten wir Sitzungen, wobei die Teilnehmer die Kinder in Unserer Klasse wurden, und wir die Lehrerinnen. Die Kraft des Rollenspiels hatte ihre besondere Magie in Winnipeg bewirkt und ich fühlte mich gut anerkannt. Die Frage, die Susan und ich hatten war, wie es mit Verlangsamung der Übersetzung funktionieren wurde und Personen aus verschiedenen Kulturen und Erfahrungen zusammenzubringen. Wir riskierten es! Die Magie war wieder einmal da, in einer kräftigen Weise für uns alle, als wir von einer inneren Seite in unserem inneren Kind entdeckten, wie Fokussieren für ein Kind ist.

Wir wußten, dass wir mit unserer Vorführung innerhalb der Gruppe gut aufgenommen wurden. Gleichwohl, bis zu unserem allerletzten Abend, sogar in Budapest, waren wir dabei, Teilnehmer anderer Gruppen, die von uns gehört hatten und neugierig waren, Erläuterungen zu geben. Ein Teil der Vorbereitungen zu unserem Erfolg waren die Übungen, die der großen Gruppe am Vormittag unseres zweiten Tages vorgeführt wurden. Zack Boukydis hatte uns zu einer Vorführung mitgenommen, um uns mit unserem inneren Kind zu verbinden. Zack ist ein amerikanischer Psychologe, der faszinierende Forschung und insbesondere Therapie mit Babys und Eltern und ihre nicht-verbale Verständigung betreibt. Auch dies war eine Vorführung mit einem großen experimentelle Bestandteil, der uns in einer „Body felt Way" (körperbezogenen Art) Beschäftigte. Zack war Teilnehmer in meiner selbstreflektierenden Gruppe. Hier befanden Susan und ich uns in getrennten Gruppen, wo die gemeinsame Bindung jetzt Sprache war. In diesen kleinen Gruppen brauchten wir keine Übersetzungen und in meiner Gruppe fand ich es aufregend, mit Menschen von unterschiedlichen Ländern und Kulturen zu fokussieren, tief verwurzelt in der Sicherheit „unserer geerdeten Vorgebirge im Körper" Praxis, die wir Dank Dr. Gendlins Arbeit alle teilten. In dieser Gruppe begegnete ich auch Martina Pekalova, eine Psychotherapeutin aus der Tschechei. Sie war von Karl Koprivaand zu der Konferenz entsandt und hatte das Fokussieren von Janet Abels gelernt. Martina hatte es aufgeregt zu wissen, dass ich kürzlich mit Ed und Pete zusammen war und brachte ihren Wunsch zum Ausdruck, eines Tages das Vorrecht zu haben, den Lehrern, die wir in BSF teilten, zu begegnen. Marta Stapert war auch in meiner kleinen Reflexionsgruppe. Ich bewunderte ihre Begeisterung und Energie, die nimmer zu schwinden schienen. Sie überwachte und versorgte die Bedürfnisse eines Jeden wie eine Glucke und war dauernd sichtbar in der Konferenz mit ihrer Leidenschaft und ihrem Verantwortungsgefühl für den Erfolg dieser Veranstaltung. An diesen gemütlichen Abenden, mit Tanz bis in den Späten Stunden war Marta nicht nur Teilnehmende, sondern auch Einladende, Vorschlagende und jeden Überredende, sich ihr anzuschließen. Dies sorgte für ein schönes Gleichgewicht von Ausgelassenheit durch die vier Tage, in denen unsere „Denkarbeit" fortwährend mit unserem „Körperspiel" balancierte. Der Busausflug nach Egér am 23. Oktober war Teil dieses Balance-Aktes. Dies war bezeichnend sowohl als Ort als auch als Datum, weil es der Nationalfeiertag zur Erinnerung an den Aufstand von 1956 war. Egér ist eine befestigte historische Stadt, in den Weinbergen nordwestlich von unserem Standort gelegen. Wir sahen viel von der ungarischen Landschaft und hatten eine Rundreise mit Reiseführer zu den historischen Aussichtspunkten. Wir erlebten einen wundervollen, ursprünglichen Abend mit Wein mit der Bezeichnung „Stierblut" aus der Region, ungarische Küche und Zigeunermusik. Es war eine denkwürdige Erinnerung an unsere Reise nach Ungarn.

Der Samstag war noch ein voller Tag, der mit Zack und Marta begann, die einige bezaubernde Gedanken über Geburtserlebnisse und ihre Einfluß präsentierten. Sabine Boss aus den Niederlanden beschrieb, wie sie fokussierte mit ihrem Baby, vier Stunden nach der Geburt zur Verarbeitung eines traumatischen Geburtserlebnisses. Ich empfand Erstaunen und Ehrfurcht und fühlte ununterbrochen eine Resonanz mit meinem eigenen inneren Kind bei der Aufdeckung dieser neuen Ideen.

Am Tage vorher war die Vorführung des Videos von Gloria vor der großen Gruppe. Diese hatte auch jeden berührt. Die unglaubliche Verwandlung von Jacky zu betrachten, sprach Bänder zu der „vorsichtigen, fühlenden Präsenz", die Gloria dem kleinen Mädchen von einem Platz in ihrem Innersten gegeben hatte. Viele Leute sprachen uns im Bus und wahrend der Pausen an, wie berührt und bekräftigt sie sich fühlten, das Risiko zu nehmen, wie Gloria dies mit Jacky riskiert hatte. Glorias Schreiben an die Gruppe teilte ihre eigenen Ansichten hinsichtlich der Wichtigkeit der Pflege und Erziehung des eigenen inneren Kindes, wenn man anderer Menschen Kinder das Fokussieren beibringen will. Wie Gloria sich selbst fragte „wie kann ich mit Kindern fokussieren, wenn ich weiß, dass in meiner Selbst so vieles unvollendet ist?". War es verwunderlich, dass das Ende tränenreich war? Unsere innerlichen Kinder waren versorgt, ernährt und belauscht. Es wurde viel umarmt und versprochen, in Verbindung zu bleiben und wieder zusammen zu kommen. Wir alle fühlten, erneuert und gestärkt in unserer Gelöstheit, in unsere Häuser zu unserer Arbeit zurückzukehren und auf dem gemeinsam gewählten Weg weiterzugehen. Die Kinder dieser Arbeit wurden nicht vernachlässigt werden, wie auch immer wir helfen konnten. Das Instrument, Kinder zu befähigen, war zu einfach und zu wertvoll, um nicht beachtet zu werden. Die Gabe der Heilung unserer eigenen Kindheit war auch Teil des Prozesses. Der Direktor dieses Konferenzcenters hatte seine Hoffnung für das innere Kind von Ungarn als Land zum Ausdruck gebracht. Wir gingen nach elf Ländern zurück mit einem neuen Bewußtsein, dass diese Länder auch ein inneres Kind hatten, das entdeckt und versorgt werden mußte.

Im Moment lese ich ein Buch von Pema Chorodan. Sie regt an, dass wir nicht versuchen sollten, in Hoffnung zu leben. Für jemand wie ich, der dauernd kämpft um los zu lassen und zu vertrauen, ist dies eine große paradigmatische (als Vorbild dienende) Änderung. Meine Teilnahme an dieser Konferenz hat mir neue Einsichten verschafft, diese Änderung durchzuführen. Da ich die Gabe zu stärkendem Vertrauen und neuen Wahrheiten zu entdecken bekommen habe, kann ich mir erlauben, mich zurückzulehnen und dies auszukosten. Einer der Wahrheiten, die ich für michselbst seit einigen Jahren beanspruche ist, dass Kinder den größten Reichtum in dem Garten der Erde sind. Das neue Bewußtsein, das ich von Ungarn nach Hause brachte, sagt mir, dass es ein weltumfassendes Dorf gibt, um diesen Garten zu pflegen. Die Reise war lange, aber sie geht weiter.

Lucy Bowers, Scarborough, Ontario, Canada

 

   Teilnahme an der Konferenz ‘Focusing mit Kindern’
Libby Lovat.

Ungarn! Focusing mit Kindern! Als die Konferenz angekündet wurde , wusste Ich dass ich fahren musste. Wie die Zeit verging wurde es mir deutlich dass es keinen Sinn hatte den weiten Weg zu machen ohne etwas zu lernen über dieses für mich neue Land. Die Konderenz dauerte vier Tage. Ich machte Reservierungen fü zwei Wochen.

Dort war Ich, im Oktober in Budapest mit einer ganzen Woche zum Erkunden bevor Ich zur Konferenz abfahren würde. Ich fand Budapest eine wundervolle Stadt, Ihre Gebäude schön, sowohl imponierend als auch zugänglich. Ich spazierte die meiste Zeit der Woche, genoss die breiten Alleen, die attraktieven Ausblicke, die Ungarn denen Ich begegnete - und die Musik! Ich besuchte eine Aufführung des Ungarischen Virtuoso Kammer Orchester, die unter dem Turm des kürzlich restaurierten Parlamentsgebäude veranstaltet wurde, vorhergegangen von einer Führung durch das Gebäude.

Vorher war Ich daran erinnert worden dass die Ungarn jahrelang unterdrückt worden sind, erst von den Nazi’s nachher von den Kommunisten. Während der Führung durch das Parlementsgebäude war Ich eingeführt in den starken Stolz den Menschen und deren Bewustsein wie viel noch geschehen muss und ihren festen Entschluss die Pläne auch aus zu führen. Andere musikalische Höhepunkte waren Othello in dem Opernhaus, ein Konzert der Budapest Strings in der Liszt Musikakademie und, nach der Konferenz,Vorführungen von Musik und Tanz von dem Ungarischen Volksmusikensemble und von Zigeunermusik und Tanz von dessen Zigeunerorchester.

Alle diese Vorstellungen waren wunderbar und billig im Preis.

Marta Stapert und Ihr Ehemann Ynse, die die Konferenz zusammen mit deren ungarischen Kollegin Eszter Kováts organisierten, luden diejenigen die früh angekommen waren aus zu einem Abend in Ihrem budapester Appartement um einander kennenzulernen. Es war ein schöner Abend wobei Ich einige Focusser kennenlernte und ein wunderbares autentisches Gulasch genossen habe, dass von der Mutter von einer der anwesenden Ungarn gekocht worden war. Ich war die einzige amerikanische Anwesende zwischen vielen Holländern und Ungarn , ich habe den Kontakt mit allen genossen. Zur Zeit dass ich am Konferenzort angekommen war hatte Ich dass gefühl dass Ich dort viele Freunde hatte. Marta hat mir erzählt wie wichtig Paprika ist, die wunderliche Variation die erhältlich ist und hat mir geraten in die Markthalle aus dem späten 19. Jahrhuntert zu gehen, eine erstaunliche Konstruktion aus Stahl und Glass, um Paprika’s zu kaufen als Geschenke. (Meine Freunde danken Marta!).

Einige Tage später waren einige von uns unterwegs nach Salgótarján in einem Minibus der organisiert worden war von einem der Männer denen Ich begegnet war bei Marta. Es war eine ziemlich weite Fahrt zu der Konferenz.

Salgótarján liegt etwa 2 Stunden nördlich von Budapest und liegt in einem Industriegebiet, dass in dem kommunistischen Zeitalter gegründet wurde, dass jedoch in den letzen Jahren seine Industrie verloren hat. Das Ausbildungszentrum des Wohlfahrtsministeriums ist hier gefestigt um die lokale Wirtschaft zu fördern. Dies ist die Stadt wo die’ Erste Internationale Konferenz Focusing mit Kinderen’ abgehalten wurde. Das Zentrum hat zwei Hauptgebäude, eines mit Arbeitsräumen und eines mit Gästezimmern. Malzeiten wurden serviert in einem örtlichen Restaurant in kurzer Entfernung von dem Ausbildungszentrum. Wir freuten uns alle dass ein Kellner vor jedem Mittag - und Abendessen jeden persönlich fragte: "Vegetarisch oder Normal?".

Von über 70 Teilnehmern waren drei Amerikaner, zwei Kanadier, zwei Dänen, zwei Deutsche und 3 Schweizer. Es kam eine Teilnehmerin aus England, eine aus Eisland, eine aus Israel, eine aus Rumänien, eine aus der Ukraine, eine aus der Tschechischen Republik. Und all die anderen waren entweder Niederländer oder Ungarn.

Eszter hatte sich Mühe gegeben Focusing zu übermitteln an die Dolmetscher, alle haben sich vorgenommen weiter zu machen mit Focusing. Es hat einige Zeit gebraucht bis wir den richtigen Rytmus gefunden hatten in Bezug auf die Übersetzungen und letztendlich wurde entschlossen die Deutsche Übersetzung fallen zu lassen der Zeit zuliebe. Ich habe gehört dass jemand anders schreibt über den Inhalt der Konferenz. Ich möchte nur sagen dass es eine auserordentliche Erfahrung war die ich um nichts in der Welt hätte entbehren wollen.

Unsere Ungarischen Gastgeber wünschten so sehr dass diese Erfahrung gut sein würde für die Teilnehmer und gaben sich alle Mühe unsere Zeit schön , interessant und lohnend zu gestalten. Ich habe mich angefreundet mit Leuten die kein Wort Englisch sprachen, während ich noch nicht mal einen Versuch gemacht hatte einige Worte Ungarisch zu lernend. Ich habe mich auch angefreundet mit anderen die wohl Englisch sprachen. Ungarn ist bald zu eines meiner favoriten Ländern geworden.

Musik und Tanz wurden zu einer Art der Kommunikation. An einem Abend hatt eine ungarische Gruppe, gekleidet in farbigen einheimischen Kostümen, ein Tanzprogramm gebracht, wobei alle einige ungarischen Tänze gelernt haben. An einem anderen Tag sind wir alle per Bus in die historische Stadt Egèr gefahren, dort hatten wir eine Stadtführung entlang den Sehenswürdigkeiten. Nachher fuhren wir wieder per Bus, in das ‘Tal der schönen Mädchen’, eine Gegend die berühmt ist wegen Ihres Weines. Dort bekamen wir ein Abendessen in einem Weinkeller bei Zigeunermusik. Schon bald begannen die ungarischen Teilnehmer zu singen, dann zu tanzen und forderten uns alle auf mit zu machen und Lieder aus unseren eigenen Ländern zu singen und Spass zu haben!!! Letztendlich hatten wir fast das ganze Restaurant beschlagnamt mit unserer Polonaise. Es war ein unvergesslicher Abend. Alle Teilnehmer der Konferenz waren feste Freunde.

Die ganze Reise war für mich, eine unvergessliche Erfahrung und Ich bin Marta, Ynse und Eszter und all den anderen die den Traum dieser Konferenz hatten sehr Dankbar dass sie dieses Alles ermöglicht haben.

 

   ,,Sie weiß, aber sie weiß nicht, daß sie es weiß "
(Focusing mit Kindern)
von Sabine Brödel und Ulrike Kaschel

Reichlich 10 Jahre waren wir nicht mehr in Ungarn, dem Land, in das viele Ostdeutsche vor 1989 so gern gereist sind und das auch durften. Als wir erfuhren, daß 100 km nördlich von Budapest, in Salgótárian der 1. Internationale Kongreß Focusing mit Kindern stattfinden soll, war es keine Frage - wir wollten dabei sein. Ein wenig Kribbeln im Bauch im Vorfeld der Reise zeigte uns an, daß wir sehr gespannt waren, ob die anderen 70 Kindertherapeuten aus 11 Ländern der Welt Focusing mit Kindern ähnlich einsetzen wie wir. Autodidaktisch hatten wir in der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen versucht, Focusing-Prozesse anzuregen und in den vergangenen Jahren damit Erfahrungen gesammelt. Auf dem Kongreß gab es nun für uns reichlich Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch in der Großgruppe, den kleineren Lerngruppen und den noch kleineren Selbstreflexionsgruppen. Sich mit der inneren Welt von Kindern, ihrer Weisheit, dem eigenen Erleben in der kinderlose und den Schwierigkeiten als Therapeutin sich mit der Person des Kindes zu verbinden, auseinanderzusetzen, war ungemein anregend. Beeindruckend: das in der Großgruppe gezeigtes Video, in welchem Gloria Bruinix das Mädchen Jackie fokussierend begleitet. So unproblematisch, wie die 8 jährliche Jackie die Angebote der Therapeutin, ihren Körper sprechen zu lassen, aufnahm und davon profitierte, waren die in der Lerngruppe von uns im Rollenspiel dargestellten Kinder nicht. Aber das lag wohl daran, daß wir Kinder aus unserer praktischen Arbeit auswählten, die zu unseren schwierigsten Klienten gehören. Die Rollenspiele waren eine wunderbare Erfahrung: Allein die Erlaubnis, ganz wie ein Kind sein zu dürfen, war herrlich. Zu spüren, wie es sich als Kind anfühlt, wenn der Therapeut irgendein eigenes Ziel verfolgt, war eine eindrücklich-enttäuschende Erfahrung. Wie immer beim Focusing waren Begleiter und Gruppe erleichtert, wenn sich das Kind plötzlich verstanden fühlte und dadurch der Weg für neue Erfahrungen frei wurde. Ein großes Thema wurde leider nur kurz angerissen und laßt sich u.e. auch nicht in so kurzer Zeit behandeln: das Geburtstrauma. Wir waren uns in der Lerngruppe einig, daß ein Tag viel zu wenig ist, um so eine tiefgehende Erfahrung zu bearbeiten. Vielfältige Anregungen gab es zu der Frage, wie fange ich an, wenn ich mit einem Kind fokussieren möchte. Kinder haben einen leichten Zugang zu Körpergefühlen und man kann das Ganze anregen, indem man beispielsweise die Hände reiben läßt („Wie fühlt sich das bei dir an?) oder bei geschlossenen Augen anregt Geräusche außen und innen zu erraten oder den Geschmack einer Zitrone vorstellen lassen usw. Weiterführende Schritte kommen bei Kindern oft wenn sie zeichnen oder mit dem Puppentheater zuvor erspürtes spielen. Es gibt aber auch nicht wenige Kinder, die bei solchen Vorschlägen mit dem Kopf schütteln und es vorziehen, sich in der Bewegung auszudrücken. Dafür braucht es einen großen Raum und ein paar anregende Sportgeräte. Überhaupt ist es in der Kindertherapie von Vorteil wenn man als Begleiter auf allen Sinnesebenen mitspielen kann. So bietet z B. die Ebene des Hörens durch Rhythmusspiele und Tonfolgen große Chancen für aggressiv- gehemmte Kinder. Wir stellten immer wieder fest: Es lohnt sich auf die Initiative des Kindes zu warten - es muß nicht in jedem Fall das gespürte Körpergefühl sein, was weiterbringt. Das Allerwichtigste für die Chance eines Heilungsprozesses bei einem strukturgebundenen Kind ist, daß der Begleiter in akzeptierender Weise anwesend ist. Soll man auch Aggressionen gegen den Begleiter akzeptieren ? ln einem Rollenspiel wurde von einer Begleiterin spontan eine Grenze gegen körperliche Verletzung gezogen - und das ,,Kind" empfand diesen Schutzakt als richtig und Sicherheit gebend. Solche gespürten Erfahrungen kann man nicht einem Vortrag entnehmen, man muß sich als erwachsener Begleiter selbst noch einmal in die Kind-Rolle versetzen um körperlich zu verstehen.

Die Idee einen speziellen Kongreß ausschließlich für die Besonderheiten beim fokussierenden Begleiten von Kindern zu veranstalten, hatte die Holländerin Marta Stapert bereits 1996. In Zusammenarbeit mit 4 ungarischen Universitäten (Szeged, Deprecen, Pec und Budapest, an denen Focusing explizit unterrichtet wird !), leistete das Ehepaar Stapert enorme Organisationsarbeit, um einen rundherum gelungenen Kongreß auf die Beine zu stellen. Es wurde englisch, holländisch deutsch, russisch und ungarisch gesprochen und gedolmetscht. Wir 2 Ostdeutschen als einzige Vertreter Deutschlands freuten uns, daß wir seit vielen Jahren unsere Russischkenntnisse im Gespräch mit einer Ukrainerin und einer Tschechin anwenden konnten und auch ein paar Brocken ungarisch kramten wir noch aus dem Gedächtnis hervor. Die phantastische Gastfreundschaft der Ungarn hat sich in keiner Weise verändert und das ungarische Temperament unserer Gastgeber konnten wir bei einer abendlichen Tanzveranstaltung (am Ende tanzten alle Csardas) und im Weinkeller im nahe gelegenen Egér genießen. Der gute ungarische Wein entfaltete stets schnell seine Wirkung und sorgte zusammen mit der Zigeunermusik für beste Stimmung bei allen Teilnehmern.

Eigentlich sollte es keine Frage sein, daß es einen 2. Kongreß "Focusing mit Kindern" geben muß. Offen ist nur, wer sich die enorme Organisationsarbeit zutraut und es schafft die Teilnahme finanziell so moderat wie beim 1. Mal zu ermöglichen. Es wäre sehr schade, wenn sich die ungarischen Gastgeber eine Teilnahme nicht leisten könnten. Einen Workshop "Focusing mit Jugendlichen" kann man auch in Deutschland besuchen: Wahrend der 1. Märkischen Tage der Psychotherapie vom 1.-5. September 1999 in Luckenwalde (südlich Berlin) oder bei einer Fortbildung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung Informationen sind bei Sabine oder Ulrike erhältlich.

 

   Step by Step
Ruedi Gerber

Noch nie habe ich mich während eines Ausbildungsteils so wohl gefühlt, war ich so bei mir und gleichzeitig auch gut mit all den Teilnehmerinnen und habe, wie so nebenbei, sehr viel wichtige Schritte machen können. Persöhnliche Schritte, aber immer auch gleichzeitig viel dazugelernt für meine praktische Arbeit. Ich Staunte und staune immer noch. Es war Schritt für Schritt, jeder Teil hat dazu beigetragen, ob das im Plenum war (worüber ich am meisten staunte, was da möchlich war) oder ob in den Arbeitsgruppen oder in den Selbstreflexionsgrupen war: Immer war es ein Weiterkommen, ein Entwickeln, ein Entfalten, ein Weiterwachsen. Ein Anknüpfen am Voraugegangenen, ein nächster Schritt und ein Absliessen für diesen Schritt.

Da war schon dieser Anfang! Zuerst wähnte ich mich in einem heiligen Ritual, das gemeinsame Focusing: ja, da war direkt spürbar, sichtbar, wie der Respekt vor der Person gelebt wird, wie das heilend wirkt und somit in diesem Sinne eben heilig ist. Ein Erschauern, ein tiefes Berührtsein erfasste mich und liess mich von da an nicht mehr los. Ein Kontakt zu mir und zur Geschehen um mich herum in vollster Präsenz. So wie "im Kontakt sein" ein ganz persönliches Thema wurde, sich aber auch im Kontakt zu all den Teilnehmerinnen wärhend der ganzen Konferenz gegen aussen manifestierte.

Und eben dies ist es auch, was sich in meiner praktischen Arbeit am meisten auswirkte. Im Kontakt sein mit mir, mit den Klienten und ihnen zu einem guten Kontakt mit sich selbst ermöglichen: dann zeigt sich der nächste wichtige Schritt wie von selbst.

Da war zum Beispiel die Supervision mit einem Team: ich glaube ir haben am Schluss der Sitzung alle gestaunt, wieviele Schrite möglich waren. Und da kam ein Mädchen als nächstes in die Therapie, und ich glaubte wahrzunehmen, dass dann sie zuerst ein wenig erstaunt war über die veränderte Begegnung mit mir, wie das dann aber wie selbstverständlich wurde, dass sie Kontakt aufnehmen konnte zu "het special place in her body", um auf sich hören zu können und mir das mitzuteilen. Oder da war dieses Paar letzthin in einer akuten Beziehungskrise, wie sich miteinander erleben durften, wie beide focusierend in guten Kontakt mit sich und mit dem anderen sein konnten trotz der Krise. Gewohnter schon die Einzelsitzungen, ist das doch Ausbildungsteil in unserer Gesprächspsychotherapie. Aber auch hier: "ich wurde mutiger und fühle mich gefestiger, Focusing einzusetzen. Einfach selbstverstänlicher, und ich kann jetzt empfehlen, was wir Madeleine beim Abschliessen in der Arbeitsgruppe ans Herz legte: "Einfach anfangen". So wie ich es dann am Montag mit jener Supervisionsgruppe auch wagte.

So möchte ich Begeleiten auf meinen Schritten. Bis zum nächsten Mal!